Deon van der Walt

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* 28.7.1958 Kapstadt (ZA).

Sang im Drakensberg-Knabenchor, Gesangs- und Klavierstudium an der Stellenbosch-Universität bei Georg van der Spuy. Bühnendebüt noch während des Studiums 1981 an der Cape Town Opera als Jaquino in Beethovens "Fidelio". Danach verschiedene Rollen an Opernhäusern in Südafrika, auch Konzerte und Liederabende. 1981 erster Preis beim Internationalen Mozart-Wettbewerb Salzburg, daraufhin weitere Studien am Mozarteum in Salzburg bei Liselotte Egger und Paul Shilawsky. 1982/83 Mitglied des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper München. Erstes Engagement 1983/84 am Theater im Revier in Gelsenkirchen. 1985–87 Ensemblemitglied der Staatsoper Stuttgart, daneben Gastverpflichtungen, unter anderem in Düsseldorf und Köln. In dieser Zeit sang W. neben Rossini- und Donizetti-Partien bereits das seine Karriere massgeblich bestimmende Mozart-Tenorrepertoire (Tamino in "Die Zauberflöte", Belmonte in "Die Entführung aus dem Serail" und Ferrando in "Così fan tutte", später Don Ottavio in "Don Giovanni" und die Titelpartien in "La clemenza di Tito" und "Idomeneo"), womit er weltweit bekannt wurde. Debüt an der Covent Garden Opera London 1985 als Conte d’Almaviva in Rossinis "Il barbiere di Siviglia", an der Metropolitan Opera New York 1990 als Belmonte. Seit 1987 regelmässiger Gast bei den Salzburger Festspielen (unter anderem 1988 Tonio in Donizettis "La Fille du régiment", 1990 in "Così fan tutte" unter Riccardo Muti, 1991 in Johannes Schaafs Inszenierung von "Die Zauberflöte" zum Mozart-Jahr unter Sir George Solti). 1986 stellte W. sich als Tamino am →Opernhaus Zürich vor, seit 1987 ist er Mitglied des Hauses. Dort sang er wiederum die grossen Tenorpartien im Mozart-Zyklus von Jean-Pierre Ponnelle und →Nikolaus Harnoncourt sowie den Faun in →Othmar Schoecks "Massimilla Doni", Tonio, Roméo in Gounods "Roméo et Juliette", Paris in Offenbachs "La Belle Hélène" (Regie: →Helmut Lohner, musikalische Leitung: Harnoncourt; DVD-Aufnahme), Carlo in Donizettis "Linda di Chamounix" (Regie: →Daniel Schmid, musikalische Leitung: Adam Fischer; Fernsehaufzeichnung), Piquillo in Offenbachs "La Périchole" (Regie: →Jürgen Flimm; musikalische Leitung: Harnoncourt), Orphée in Glucks "Orphée et Eurydice" und Pylade in dessen "Iphigénie en Tauride". W. ist regelmässiger Gast an allen führenden Opernhäusern in Europa und den USA, so war er unter anderem 1993 Da-Ud in Richard Strauss’ "Die ägyptische Helena" in Athen, sang wiederholt beim Maggio Musicale Fiorentino sowie 1997 den Chevalier Des Grieux in Massenets "Manon" in Wien und 2001 den Faust in Berlioz’ "La Damnation de Faust" in Finnland. Grosse Erfolge auch als Konzert- und Liedsänger, zahlreiche Einspielungen auf Tonträger. Gibt Meisterkurse in Südafrika, Stifter der "Deon van der Walt Scholarship". Besitzer eines Weinguts in Paarl (Südafrika), seit 1986 in Zürich wohnhaft.

Auszeichnungen

  • 1996 Ehrenprofessor der University of Port Elizabeth in Südafrika,
  • zwei Grammy-Nominationen.


Autorin: Nina Debrunner



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Debrunner, Nina: Deon van der Walt, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2045–2046.

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