Desirée Meiser

Aus Theaterlexikon
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* 22.4.1961 Königstein im Taunus (D). ∞ →Herbert Wernicke, Bühnenbildner und Regisseur.

Kindheit in New York. Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Hannover. Während der Studienzeit erste Rollen an den Bühnen der Stadt Bielefeld und an den Niedersächsischen Staatstheatern Hannover. Erstes festes Engagement 1986–88 am Staatstheater Darmstadt. 1988 wurde M. von →Frank Baumbauer ans →Theater Basel verpflichtet, zu dessen Ensemble sie bis 1993 gehörte und wo sie bis 2000 regelmässig als Gast auftrat. Sie spielte dort unter anderem Amalia in Schillers "Die Räuber" (Regie: Antje Lenkeit), die Kammerzofe Rosalie in Kleists "Das Käthchen von Heilbronn" (Regie: Cesare Lievi), Maria in Volker Ludwigs Musical "Linie 1", Anna Petrowna in Tschechows "Iwanow" (Regie: →Jossi Wieler), Prinzessin Natalie in Kleists "Prinz Friedrich von Homburg" (Regie: →Stephan Müller), die Titelrolle in Gozzis "Turandot" (Regie: Wieler), Célimène in Molières "Der Menschenfeind", die Titelrolle in Lessings "Minna von Barnhelm" (Regie: Harald Clemen) und in Operettenproduktionen unter der Regie von Wernicke, beispielsweise Klärchen in →Ralph Benatzkys "Im weissen Rössl" und Oreste in Offenbachs "La Belle Hélène". Als Gast wirkte M. zudem am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg (1993 Arsena in Johann Strauß’ "Der Zigeunerbaron", Regie: Wernicke, musikalische Leitung und Einrichtung: →Franz Wittenbrink), am →Schauspielhaus Zürich (1995 Polly in →Bertolt Brecht/Weills "Die Dreigroschenoper", Regie: Wernicke), am →Theater Neumarkt in Zürich (1998 Christine in der Uraufführung von →Urs Widmers "Die schwarze Spinne" nach →Jeremias Gotthelf, Regie: →Volker Hesse) sowie am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel. Erfolg hatte M. insbesondere mit von ihr initiierten Produktionen wie der Collage "Und wenn sie nicht gestorben sind" (1997 in der →Kulturwerkstatt Kaserne Basel und auf Tournee, Regie: →Barbara Frey), dem szenischen Tangokonzert "Palacio de la danza" (1997, Theater Basel) oder dem von ihr inszenierten "amerikanischen Flamencoabend""Burning Alive" (1999, Theater Basel, mit Texten von García Lorca und Musik von Janis Joplin). M. war Initiatorin des "Gare du Nord", eines experimentellen Forums für zeitgenössische Musik in den Buffeträumen des Badischen Bahnhofs Basel und ist seit der Eröffnung 2002 gemeinsam mit der Dramaturgin Ute Haferburg dessen künstlerische Leiterin. Neben ihrer Tätigkeit als Schauspielerin, Sängerin und Sprecherin (für zahlreiche Hörspiele und Features) arbeitet M. als Regisseurin, so inszenierte sie etwa 2002 das Programm "Kandis" des Pfannestil Chammer Sexdeet oder 2003 die "solo voice performance" von Christian Zehnder mit dem Titel "Talk with my turntables" in der Kaserne Basel.



Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Desirée Meiser, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1222.

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