Dieter Ammann

Aus Theaterlexikon
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* 2.5.1942 Passau (D). ∞ Martine Giaconi, Tänzerin, unter A. Solistin in Luzern.

Ausbildung: 1961–65 an der Folkwang-Schule Essen. Engagements als Tänzer: 1965–75 bei John Cranko an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart und 1975–77 bei John Neumeier an der Hamburgischen Staatsoper. 1977–79 freischaffender Choreograf und Pädagoge in Frankreich. 1979–85 Leiter des Balletts des →Stadttheaters Luzern, Luzern LU. Zwischen der ersten und zweiten Ära →Riccardo Duses und im Gegensatz zu dessen Klassikerpflege brachte A. eine zeitgenössische Verschmelzung von Klassik und Moderne nach Luzern. Er schuf 27 Werke, bevorzugte Kammerballette mit dramatischem Inhalt und aktuellen Themen, bewährte sich aber auch im konzertant formalen Tanz, wo Emotionen und Vorgänge nur angedeutet wurden. Meist verwendete er Musik des 20. Jahrhunderts, gestaltete eigene Versionen von Balletten wie "Daphnis und Chloë"(Musik: Ravel), "Der hölzerne Prinz" (Musik: Bartók) und "Der Kuss der Fee" (Musik: Strawinsky) oder interpretierte Konzertkompositionen von zum Beispiel Janáček, Schönberg, Berio, Bernstein, →Frank Martin, Schostakowitsch und Orff. Unter A.s Leitung wurde das Luzerner Ballett 1981 erstmals in das Programm der Internationalen Musikfestwochen aufgenommen. 1981–94 schuf er 25 Solos für Mitwirkende, darunter fünfzehn Preisträger des →Prix de Lausanne. 1987–92 war er Choreograf und Lehrer für Ballett und Tanzkomposition an der →Schweizerischen Ballettberufsschule. Seit 1985 arbeitet A. freischaffend als Choreograf (als Gast unter anderem beim Ballett von Monte Carlo, an der Deutschen Oper Berlin oder beim Savasota Ballet of Florida), Pädagoge und bildender Künstler.



Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Dieter Ammann, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 46.

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