Dino Larese

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* 26.8.1914 Candide (I), † 18.6.2001 Amriswil TG. Bruder des Verlegers Franz L.

Aufgewachsen in Amriswil, dessen Bürger er 1920 wurde. 1930–34 besuchte L. das Lehrerseminar Kreuzlingen. 1936–80 war er Primarlehrer in Amriswil. Herausragend war L.s Tätigkeit als Kulturförderer und -vermittler. 1937 gründete er die Literarische Gesellschaft Amriswil (später: Akademie Amriswil), deren Leiter er wurde. Ab 1947 machte L. mit der Veranstaltungsreihe "Amriswiler Begegnungen" die Thurgauer Gemeinde zum Schauplatz von Begegnungen mit Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst und Politik wie Thomas Mann, Eugène Ionesco, →Carl Zuckmayer, Carl Orff, José Ortega y Gasset, Martin Heidegger, Carl Gustav Jung und Erich Kästner. L. leitete den Internationalen Bodenseeclub und den Kulturkreis Bodensee. Er war Redaktor des "Thurgauer Jahrbuchs" und Herausgeber der "Amriswiler Schreibmappe", der Akademie-Bulletins "Internationale Bodensee-Zeitschrift" (1951–60) und "Begegnung" (1964–79) sowie zahlreicher Anthologien. L. wirkte ab 1949 auch bei der Ostschweizerischen Radiogesellschaft als Kulturförderer, 1950–62 war er nebenberuflicher Rundfunk-Programmleiter. Er initiierte beispielsweise die Sendung "Ostschweizer Chronik" und verfasste unter anderem die Märchenhörspiele "Die drei Gaben" (1950) und "Der Teufel und die drei Soldaten" (1971). Als Schriftsteller veröffentlichte L. Biografien (unter anderen über →Georg Thürer und →Conrad Beck), Novellen, Romane ("Der Scherenschleifer"), Gedichte, Märchen und Sagen sowie Schriften für Kinder und Jugendliche, darunter zahlreiche Dialektstücke, etwa "Rägetröpfe" (1941), "D’Stross" (1943), "Das Thurgauermädchen am Kaiserhof" (1943), "Mer machet en Zirkus!"(1946) und "Use mit em!"(1952, alle in der Reihe "Schweizer Schulbühne" erschienen), "S schlecht Gwösse" (1946), "De neu Schüeler" (1946), "Vom Bettelmann, der es besser haben wollte" (1956), "Der Teufel im Haus" (1956), "Wenn die Buebe wösstet …"(1959), "Die Brücke" (Musik: →Paul Huber; Uraufführung Internationale Musische Tagung in Amriswil 1962) und "Zur Zeit der Polizeistunde; Das Haus am Friedhof; Die Überraschung. 3 Szenen" (1966). Er verfasste ausserdem das Libretto für Hubers Kammeroper "Das Schaufenster" (Uraufführung 27.3.1957, →Stadttheater St. Gallen).

Auszeichnungen

unter anderem

  • 1954 Ehrengabe der Schweizerischen Schillerstiftung,
  • 1955 Ostschweizer Radiopreis,
  • 1970 Anerkennungsgabe des Kantons Thurgau,
  • 1973 Ehrenbürger von Amriswil,
  • 1985 Oberrheinischer Kulturpreis,
  • 1988 Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland,
  • 1995 Ehrendoktorat der Pädagogischen Hochschule Weingarten.

Literatur

  • Festschriften zum 50., 60., 70. und 80. Geburtstag [mit Bibliografien].

Nachlass

  • D. L.-Stiftung, Amriswil.


Autor: Reto Caluori



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Caluori, Reto: Dino Larese, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1081–1082.

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