Doris Hersmann

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* 27.2.1946 Beckum (D). Tochter der Opernsängerin Else Gleichner und des Kunstmalers Hans H. ∞ Elmar Skiba, Journalist und Schriftsteller.

Nach dem Abitur 1965 absolvierte H. bis 1968 eine Schneiderinnenlehre am Schauspielhaus Düsseldorf unter der Intendanz von Karl Heinz Stroux und schloss 1972 ihr Studium der Kunstgeschichte und des Designs an der Akademie der bildenden Künste in Köln als diplomierte Gewandmeisterin und Kostümbildnerin ab. Daneben assistierte sie 1968–72 bei Jean-Pierre Ponnelle und →Teo Otto. Erstes Engagement 1972–76 am Stadttheater Regensburg, wo H. in leitender Funktion unter anderem Verdis "La Traviata" (Regie: →Glado von May), Bizets "Carmen" (Regie: Wolfgang Werthenbach) und Sternheims "Der Snob" (Regie: Volkmar Kamm) ausstattete. 1975 und 1976 ausserdem Kostüme für die Kreuzgangspiele Feuchtwangen. 1975–91 stattete H. am Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken unter anderem Verdis "Nabucco" (Regie: John Dew), Richard Strauss’ "Arabella", "Der Rosenkavalier", "Salome" und "Elektra" (Regie jeweils: Götz Fischer) sowie Leigh/Darion/Wassermans "Der Mann von La Mancha" (Regie: Kai Braak) aus. 1982–97 am →Stadttheater St. Gallen engagiert, gestaltete H. die Kostüme für über 120 Produktionen in allen Sparten und trat 1990 die Nachfolge von →Johanna Weise als Leiterin der Kostümabteilung an. Sie debütierte 1981 noch als Gast mit Johann Strauß’ "Wiener Blut" (Regie: von May) und gestaltete unter anderem 1983 Shakespeares "Was ihr wollt" (Regie: →Helmut Förnbacher), 1984 Offenbachs "Orpheus in der Unterwelt" (Regie: Heinz Lukas-Kindermann), 1988 Verdis "Rigoletto" (Regie: von May), 1989 Ibsens "Peer Gynt" (Regie: Kamm), 1990 Brittens "Albert Herring" (Regie: Wolfram Dehmel), 1991 Schillers "Maria Stuart" (Regie: Klaus Dieter Kirst), 1993 Tschaikowskys "Pique Dame" (Regie: Reto Nickler) und die Uraufführung von →Jürg Federspiels "Chaplin" (Regie: Niki List), 1994 Lessings "Nathan der Weise", 1995 Richard Strauss’ "Ariadne auf Naxos" (Regie beide: →Peter Schweiger), 1996 Prokofjews "Cinderella" (Choreografie: Tom Schilling). Daneben Engagements 1987–88 an den Städtischen Bühnen in Dortmund (Kálmáns "Die Csárdásfürstin", Regie: Sepp Spangler), 1991/92 am Pfalztheater in Kaiserslautern sowie 1990–95 am Theater der Stadt Koblenz (unter anderem Schnitzlers "Das weite Land", Regie: Wolfgang Poch, und Beethovens "Fidelio", Regie: Hannes Houska). 1997–2000 arbeitete H. als Kostümdirektorin am Volkstheater Rostock, wo sie unter anderem →Carl Zuckmayers "Der Hauptmann von Köpenick" (Regie: Horst Hawemann) und Shakespeares "Hamlet" (Regie: Alejandro Quintana) gestaltete. 1997 als Gast und seit 2000 fest am Badischen Staatstheater Karlsruhe engagiert, realisierte H. unter anderem Verdis "Ernani" (Regie: von May) sowie Johann Strauß’ "Die Fledermaus" (Regie: Pavel Fieber). Unter der Intendanz von Fieber stattete H. zudem 2001 die Luisenburg-Festspiele in Wunsiedel aus. 1995 Kostüme für die Sitcom "Fascht e Familie" des Schweizer Fernsehens DRS.



Autorin: Seline Schellenberg



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Schellenberg, Seline: Doris Hersmann, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 832–833, mit Abbildung auf S. 833.

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