Dramatischer Verein Töss, Winterthur ZH

Aus Theaterlexikon
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Amateurtheater, Sprechtheater in Dialekt

Am 21.10.1898 wurde der D. auf Initiative von Carl Hurter, der anschliessend als erster Präsident amtete, gegründet. Der Name leitet sich von der Ortschaft Töss, heute ein Quartier Winterthurs, ab. Anfang 1899 zeigte der D. als erste Inszenierung Emma Hodlers "Das Glück oder Nur ein Schulmeister", im selben Jahr folgte Ulrich Farners "D’ Dorfhex vo Tribeldinge". Gespielt wurde im Saal des neu eröffneten Restaurants "Krone" in Winterthur (120 Plätze). Anfänglich wurden vor allem vaterländische Schauspiele und Dialektstücke gespielt. Ab den zwanziger Jahren zeigte der D. neben Volksstücken Lust- und Singspiele sowie Schwänke, die ab 1927 oft an Neujahr Premiere hatten. Vielfach wurden Stücke von Schweizer Autoren gespielt (vor allem von →Jakob Stebler). 1936 trat der D. am Eidgenössischen Turnfest in Winterthur auf. Von den vierziger bis in die sechziger Jahre wurden zahlreiche Gastspiele bei Anlässen von Vereinen und Organisationen der Region gegeben. Nach dem Abbruch der "Krone" 1964 fanden die Aufführungen des D. an verschiedenen Orten in Winterthur statt, so etwa im →Stadttheater, im "Zentrum Töss" sowie im →Kellertheater Goldige Schluuch. Es wurden weiterhin meist heitere Stücke gespielt, so unter anderem 1975 Otto H. Allemanns "Der gläserne Himmel", 1983 Ruth Coradis "En guete Leumund", 1990 die Eigenproduktion "Chlinigkeite", 1992 Jack Popplewells "Katharina die Kühne" und 1996 "August bläst vom Turm" nach →Curt Goetz’ "Die Taube in der Hand". Seit 1976 inszeniert der D. jedes Jahr ein Märchenspiel, welches jeweils im "Zentrum Töss" und als Gastspiel in der Region gezeigt wird. Der D. engagierte sich in verschiedenen Funktionen beim Zentralverband Schweizerischer Dramatischer Vereine (später im →ZSV eingegliedert). Er finanziert sich unter anderem durch Gönner und Sponsoren. Verbandsmitglied: ZSV.



Autor: Sigi Blarer



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blarer, Sigi: Dramatischer Verein Töss, Winterthur ZH, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 485.