Dramatischer Verein Uetikon am See, Uetikon am See ZH

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Amateurtheater, Sprechtheater

Im November 1880 gründeten Mitglieder des Männerchors Uetikon am See den D. Der Neujahrstag 1881, an dem der D. mit der Inszenierung von K. Müllers vaterländischem Schauspiel "Der Hörige" im alten Saal des Gasthauses "Krone" die erste Vorstellung gab, gilt als Gründungstag des Vereins. Während der mittlerweile mehr als hundert Jahre dauernden Theatertätigkeit wurden rund achtzig verschiedene Stücke aufgeführt. In den Anfangsjahrzehnten zeigte der D. unter anderem vaterländische Stücke wie →Thomas Bornhausers "Gemma von Arth", →Philipp Walburg Kramers "Die Hexe von Gäbistorf", Carl Georg Jakob Sailers "Die Nonne von Wyl", Ulrich Farners "Dr Sigrist vo Mariastein" und "D Dorfhex vo Tribeldinge" sowie Repertoirestücke des 19. Jahrhunderts wie Wilhelm Friedrichs "Muttersegen oder Die Perle von Savoyen", Carl Morres "S’Nullerl", →Charlotte Birch-Pfeiffers "Der Goldbauer", Emil Erckmann/Alexander Chatrians "Die Rantzau" und Oskar Bumenthal/Gustav Kadelburgs "Im weissen Rössl". In den dreissiger Jahren wurden diese gängigen Lustspiele von Schweizer Volksstücken abgelöst: Conrad Adolf Angst-Burkhardts "Silvan Colani" und "Uf dr Alp da gits kei Sünd", →Ernst Balzlis "Spys Gott, tränk Gott" sowie Josef Villigers "Bürgschaft", "Eidgenoss Krättli" und "Johrmärt". Ab den fünfziger Jahren bildeten zudem die Werke →Jakob Steblers mit acht Stücken einen Schwerpunkt des Repertoires. Zu den weiteren aufgeführten Autoren gehörten unter anderen →Werner Gutmann, →Hans Stalder und →Hans-Rudolf Balmer. Anfang der achtziger Jahre änderte sich die Repertoirestruktur. Vermehrt wurden schweizerdeutsche Bearbeitungen fremdsprachiger Autoren gezeigt, wie João Bethencourts "Dä Tag, a dem de Papst entfüert worde isch", Thornton Wilders "Die Heiratsvermittlerin", Jack Popplewells "Schatz da bini" und "Tatort: Goldküste! (Keine Leiche ohne Lily)", John Cecil Holm/Georg Abbots "Drü Maa uf eim Ross" und Michael Cooneys "Und ewig rauschen die Gelder (Rente gut – alles gut)". Seit Ende der sechziger Jahre verpflichtet der D. für seine Aufführungen professionelle Regisseure, in den neunziger Jahren beispielsweise Jodoc Seidel, Walter Wefel und Rupert Dubsky. Die Aufführungen des D. fanden ab 1881 im alten Saal des Gasthauses "Krone" statt. 1898 liess der Verein eine neue Bühne in den zwei Jahre zuvor erweiterten und renovierten Saal einbauen. Als 1948 eine Sanierung der Bühne dringend notwendig wurde, leistete die Gemeinde erstmals finanzielle Unterstützung. 1958 wurde das Gasthaus "Krone" umgebaut, 1959 eine fest eingebaute Bühne installiert, die bis 2001 vom Verein genutzt wurde. Seit 2002 spielt der D. im neu errichteten Riedstegsaal in Uetikon. Verbandsmitglied: →ZSV.

Literatur

  • Steiger, Fritz: 100 Jahre Dramatischer Verein Uetikon am See. 1881–1981, 1981.


Autorin: Simone Gojan



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Gojan, Simone: Dramatischer Verein Uetikon am See, Uetikon am See ZH, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 485–486.