Edward Staempfli

Aus Theaterlexikon
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* 1.2.1908 Bern, † 12.1.2002 Berlin (D).

Studierte anfänglich Medizin, wandte sich dann der Musik zu. Ab 1929 Kompositionsstudien bei Philipp Jarnach und Wilhelm Maler in Köln und 1930 bei Paul Dukas in Paris, wo er bis zum Kriegsausbruch 1939 freischaffend im Kreis der Komponisten Marcel Mihalovici, Tibor Harsány, Filip Lazar und →Conrad Beck wirkte. Während dieser Zeit entstanden zahlreiche Kompositionen, unter anderem Klavier- und Violinkonzerte sowie vier konzertante Symphonien. 1935 Besuch des Internationalen Dirigentenkurses bei →Hermann Scherchen in Brüssel, wo S. den Prix Henry Le Bœuf für sein Stück "Musik für 11 Instrumente" erhielt. 1939 kehrte S. in die Schweiz zurück, lebte in Basel und 1944–51 in Lugano. Er beschäftigte sich eingehend mit der Zwölftonmusik von Arnold Schönberg, die er ab 1949 konsequent in seinem umfangreichen kompositorischen Œuvre anwandte. 1951 übersiedelte er nach Heidelberg, 1954 nach Berlin. Seit den sechziger Jahren Vorträge (an der Lessing-Hochschule Berlin, in den USA, Skandinavien und Israel) und Aufsätze für Fachzeitschriften über zeitgenössische Musik. S. wirkte auch als Pianist und Dirigent, vornehmlich eigener Werke, am Radio und im Konzert. Er komponierte Kammermusik, Orchester- und Vokalwerke, die bisher nicht aufgeführten Opern "Ein Traumspiel" (1942/43, nach Strindberg), "Medea" (1952–54, nach Grillparzer), "Der Zöllner Matthäus" (1974, nach Marie-Luise Kaschnitz), "Caligula" (1981/82, nach Camus) sowie Ballette, unter anderem "Le Pendu" (1935/36), "Die Prinzessin und der Schweinehirt" (nach Andersen, Uraufführung 1944, →Küchlin-Theater Basel, Choreografie: →Marie-Eve Kreis), "Choreographisches Divertimento" (Uraufführung 1945, →Stadttheater Zürich, Choreografie: →Hans Macke) und "Spannungen" (Uraufführung 1962, Städtische Bühnen Bielefeld).

Nachlass

  • Zentralbibliothek Zürich.


Autorin: Ingrid Bigler-Marschall



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Bigler-Marschall, Ingrid: Edward Staempli, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1730.

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