Eike Gramss

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* 2.1.1942 Twistringen (D).

Schauspielausbildung bei Eduard Marks an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. 1962–67 Schauspieler an der Landesbühne Wilhelmshaven, 1967–69 am Schloßtheater Celle, 1969/70 Regisseur am Staatstheater Braunschweig, 1970–72 Oberspielleiter an den Städtischen Bühnen Heidelberg, 1972/73 Spielleiter an der Landesbühne Wilhelmshaven, 1973–81 Oberspielleiter des Schauspiels am Stadttheater Augsburg, dort 1978 Debüt als Opernregisseur (Mascagnis "Cavalleria rusticana", Leoncavallos "Der Bajazzo"), 1981–85 Oberspielleiter des Schauspiels am Staatstheater Darmstadt (unter anderem Shakespeares "Der Sturm", Goethes "Faust I" und "Faust II"), 1985–91 Generalintendant der Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach (inszenierte dort unter anderem Aribert Reimanns Oper "Lear"). Gastinszenierungen unter anderem an den →Basler Theatern (1981 deutschsprachige Erstaufführung von Mnouchkines "Mephisto" und Schweizer Erstaufführung von →Hansjörg Schneiders "Der Schütze Tell"; Offenbachs "Orpheus in der Unterwelt") und am →Stadttheater Bern (1979 Shakespeares "Was ihr wollt", 1985 Uraufführung von Schickeles "Am Glockenturm") sowie in Düsseldorf, Karlsruhe, London, an der Oper unter den Linden in Berlin (1991 Puccinis "Madama Butterfly"), am Teatro Comunale Giovanni Battista Pergolesi in Ancona, am Nationaltheater München (1996 "Schlachthof 5" von Hans-Jürgen von Bose, 2001 Verdis "Falstaff") und an der Oper Leipzig. Seit 1991 ist G. Direktor des Stadttheaters Bern, inszenierte dort unter anderem 1991 Mozarts "Don Giovanni" und Shakespeares "Ein Sommernachtstraum", 1992 Ligetis "Le Grand Macabre" und die Schweizer Erstaufführung von Siegfried Matthus’ "Judith", 1993 die Schweizer Erstaufführung von Reimanns "Das Schloss", 1994 Bergs "Lulu" und Rossinis "Il barbiere di Siviglia", 1995 Shakespeares "Die Geschichte von König Heinrich IV.", Richard Strauss’ "Ariadne auf Naxos", Goethes "Faust I" und die Schweizer Erstaufführung von Berthold Goldschmidts "Der gewaltige Hahnrei" (mit G.s Lebensgefährtin →Christa Ranacher als Stella), 1996 Mozarts "Le nozze di Figaro" und Verdis "Falstaff", 1997 Verdis "La Traviata" und Goethes "Faust II" (mit der integrierten Uraufführung von →Klaus Sonnenburgs Oper "Helena"), 1998 Ciléas "Adriana Lecouvreur", 1999 García Lorcas "Sobald fünf Jahre vergehen" und Massenets "Werther", 2001 Bernhards "Der Ignorant und der Wahnsinnige". Unter der Direktion von Gramss war das Stadttheater Bern vor allem mit überregional beachteten Aufführungen neuerer musikdramatischer Werke erfolgreich, aber auch Musical und Operette wurden gepflegt. Uraufgeführt wurden unter anderem 1993 →Daniel Ludwigs "Afro Blue", 1994 →Matthias Zschokkes "Die Alphabeten" und 1996 Daniel Schnyders Oper "Der Sturm" (Regie: →Gerd Heinz). Als Leiter des Schauspiels verpflichtete G. die Regisseure →Wolfram Krempel (bis 1995) und →Urs Schaub (1999/2000), die Dramaturgin →Nicola May (1999–2004) sowie den Schauspieler und Regisseur →Stefan Suske (ab 2004), als Leiter des Balletts →Martin Schläpfer (1994–99), →Felix Duméril (1999–2004) und →Stijn Celis (ab 2004). Prägende Bühnenbildner waren →Werner Hutterli und →Christoph Wagenknecht.



Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Eike Gramss, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 742–743.

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