Eileen Brady

Aus Theaterlexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

* 6.10.1953 New York (USA). ∞ William Forsythe, Tänzer und Choreograf, 1984–2004 künstlerischer Direktor/Intendant des Balletts der städtischen Bühnen Frankfurt am Main/des Balletts Frankfurt.

Ausbildung an der Joffrey Ballet School in New York. Tanzte 1968–71 bei der Junior Company und 1971–73 beim Joffrey Ballet. 1973–78 Mitglied des Balletts der Württembergischen Staatstheater Stuttgart, tanzte dort Hauptrollen in Werken des klassischen Repertoires und in Choreografien von John Cranko, Glen Tetley, Kenneth MacMillan, Jiří Kylián, George Balanchine, Twyla Tharp und →Heinz Spoerli sowie in den Erstlingswerken "Urlicht" von Forsythe und "Serenade für 5 + 1" von →Uwe Scholz. Während ihres Rückzugs von der Bühne aus familiären Gründen entwarf sie seit "Love Songs" (1979) die Kostüme für fast alle Forsythe-Ballette. Ab 1982 tanzte B. wieder, zuerst beim Ballett der Städtischen Bühnen Frankfurt am Main unter Egon Madsen, 1983–85 an der Hamburgischen Staatsoper unter John Neumeier und 1985–90 als erste Solistin im Ballett des →Opernhauses Zürich unter Scholz. B. war eine aussergewöhnlich musikalische Tänzerin, die als Prinzessin Aurora in "Dornröschen" (Musik: Tschaikowsky) mit ihrer Anmut und Leichtigkeit brillierte und als Julia in John Crankos "Romeo und Julia"-Version durch ihre Expressivität und Intensität der Rollenverkörperung berührte. Hervorragend war B. auch als Mme de Rênal in "Rot und Schwarz" (Musik: Hector Berlioz, Choreografie: Scholz), als Titania in "Ein Sommernachtstraum" (Musik: Mendelssohn Bartholdy), als Ballerina in "Petruschka" (Musik: Strawinsky), als Eva in der "Schöpfung" (Musik: Haydn) und in den reinen Tanzwerken von Scholz zu Musik von Rachmaninow, Strawinsky und anderen. In Erinnerung bleibt ausserdem ihre Gestaltung einer tragikomischen Ballerina im 3. Satz von "Guldas Cellokonzert" (Musik: Friedrich Gulda). B. lebt seit 1990 in den USA und trainiert fortgeschrittene Ballettschülerinnen und -schüler, nachdem sie schon in Zürich an der →SBBS unter Anne Woolliams das Fach Variationen unterrichtet hatte.



Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Eileen Brady, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 258–259.

Normdaten