Elisabeth Glauser

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* 1.6.1943 Interlaken BE.

Gesangsausbildung am →Konservatorium für Musik Bern (bei →Felix Loeffel), in Stockholm (bei Arne Sunnegårdh) und in Italien (bei Carlo Zattoni). Engagements 1971–73 am Stadttheater Pforzheim, 1973–75 an den Städtischen Bühnen Freiburg im Breisgau, 1975–82 an den Städtischen Bühnen Dortmund und 1982–88 am Staatstheater Stuttgart. Ihr Bühnendebüt gab G. 1971 als Daniel in der Schweizer Erstaufführung von Händels "Belsazar" am →Stadttheater Bern (Regie: →Walter Oberer, musikalische Leitung: Lamberto Gardelli). Im Zentrum ihres Repertoires standen Partien für dramatischen Mezzosopran und Alt. Zu ihren wichtigsten Rollen gehörten Judit in Bartóks "Herzog Blaubarts Burg", Gräfin Geschwitz in Berg/Cerhas "Lulu", die Titelpartien in Antonio Bibalos "Fräulein Julie" (1975 deutschsprachige Erstaufführung in Dortmund) und Brittens "The Rape of Lucretia", Geneviève in Debussys "Pelléas et Mélisande", die Frau Leonardos in Wolfgang Fortners "Bluthochzeit", Maria in Gershwins "Porgy and Bess", Babette in der Uraufführung von Henzes "Die englische Katze" (Schwetzinger Festspiele 1983, Regie: Henze, musikalische Leitung: Dennis Russell Davies), Duchessa in Henze/Paisiellos "Don Quichotte", Santuzza in Mascagnis "Cavalleria rusticana", die dunkle Dame in Aribert Reimanns "Gespenstersonate", die Richard-Strauss-Partien Adelaide in "Arabella", Klytämnestra in "Elektra", Octavian und Annina in "Der Rosenkavalier" und Herodias in "Salome", die Verdi-Partien Mrs. Quickly in "Falstaff", Maddalena in "Rigoletto" und Azucena in "Il Trovatore", Waltraute in →Richard Wagners "Götterdämmerung" und – als weitere Wagner-Partien – Magdalena in "Die Meistersinger von Nürnberg", Kundry in "Parsifal", Fricka und Erda in "Das Rheingold", Erda in "Siegfried" und Fricka in "Die Walküre". G. gastierte unter anderem bei den Bayreuther Festspielen (1976 und 1977 Rossweisse in Wagners "Die Walküre"), an der Komischen Oper Berlin (Gräfin Geschwitz), am Stadttheater Bern (1995 Amme in Mussorgskys "Boris Godunow"), in Bologna und Reggio Emilia (1986 Herodias), an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg (Erda in "Das Rheingold", Fricka in "Die Walküre", Waltraute), in Freiburg im Breisgau (1986 Mrs. Quickly), am →Grand Théâtre in Genf, beim Glyndebourne Festival (1985 Adelaide), in Heidelberg (1986 Herodias), Hannover (1981 Geneviève), Köln (Kundry), Lübeck (1980 Judit, 1981 Fricka in "Das Rheingold"), Lissabon (1981 Adelaide, 1985 Annina), Nizza (1989 Annina), am Teatro dell’Opera in Rom (1988 Herodias), in Saarbrücken (1982 Marcellina in Mozarts "Le nozze di Figaro"), am →Stadttheater St. Gallen (1983 Lucretia), am Teatro La Fenice in Venedig (1988 Herodias) und am →Opernhaus Zürich (1985 Maddalena, 1986/87 Herodias). Regelmässige Verpflichtungen auch als Konzertsängerin. Seit 1988 ist G. Gesangspädagogin am Konservatorium für Musik und Theater/an der →Hochschule für Musik und Theater Bern. Mehrere Einspielungen auf Tonträger.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Elisabeth Glauser, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 719–720.

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