Ellen Schwanneke

Aus Theaterlexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

* 11.8.1907 Berlin (D), † 17.6.1972 Zürich. Tochter des Schauspielers, Regisseurs und Restaurantbesitzers Victor S. ∞ →Otto Dewald, Schauspieler und Regisseur.

Tanzunterricht in München. 1924/25 Schauspielerin an den Münchner Kammerspielen, 1925/26 an den Vereinigten Theatern Breslau, 1925–26 auch am Deutschen Theater und den Kammerspielen Berlin (Thea in →Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen", Regie: Max Reinhardt; Anaïs in Dumas’ "Die Kameliendame" mit →Elisabeth Bergner; Mädchen in der Uraufführung von Carl Sternheims "Oscar Wilde"), 1926 Gastspiele mit den Reinhardt-Bühnen am →Stadttheater Basel (Sascha in Tolstois "Der lebende Leichnam" und Gute Werke in Hofmannsthals "Jedermann", jeweils mit →Alexander Moissi), 1926/27 an der Tribüne Berlin, 1927–29 an den Hamburger Kammerspielen, danach unter anderem am Metropoltheater, am Kabarett der Komiker und am Kabarett Tingeltangel in Berlin, 1931 mit grossem Erfolg im Film "Mädchen in Uniform". 1933 Emigration nach Österreich, Tournee als Hedwig in Ibsens "Die Wildente" mit →Albert Bassermann und Ernst Deutsch, Engagements an der Scala, an der Österreichischen Volksbühne und am Theater in der Josefstadt in Wien, 1935–37 am →Schauspielhaus Zürich (Hilde Döhring in Leonhard Wegners "Kind im Kampf"; Bessie in Elmer Rices "Juristen" und Evelyn Hudson in Kingsleys "Menschen in Weiss", Regie: →Leopold Lindtberg; Jimmy Magee in Laverys "Die erste Legion", Regie: →Leonard Steckel; Desdemona in Shakespeares "Othello", Regie: Lindtberg; Titelrolle in Ernst Lothars Bühnenbearbeitung von Schnitzlers "Fräulein Else", Regie: Steckel; Dolly in Hopwoods "Der Mustergatte"), 1937 als Gast am Burgtheater Wien (Rautendelein in Gerhart Hauptmanns "Die versunkene Glocke"). 1938 Emigration in die USA, 1940 Broadway-Debüt mit Ludwig Hirschfelds eigens für sie geschriebenem Stück "Not for Children", ständige Mitarbeiterin bei deutschsprachigen Radiosendungen (die "Stimme Amerikas"). 1946 als Gast an der Freien Deutschen Bühne in Buenos Aires (unter anderem Manuela in Winsloes "Mädchen in Uniform", Titelrollen in Niccodemis "Scampolo" und in Shaws "Die heilige Johanna"). 1947 Rückkehr nach Europa, ab 1948 lebte S. in der Schweiz, wo sie regelmässig Gastspiele gab, unter anderem am →Städtebundtheater Biel-Solothurn (Tschang-Haitang in Klabunds "Kreidekreis", Regie: →Johannes von Spallart; Mitzi in Békeffy/Stellas "Hansi"; Belinda McDonald in Harris’ "Johnny Belinda" und Mary Grey in Maxwell Andersons "Johanna aus Lothringen", Regie jeweils: Walter Firner; Komtesse in Klabunds "XYZ", Regie: Spallart), am →Theater am Central in Zürich (unter anderem 1952 Clary Frohner in Frank/Hirschfelds "Geschäft mit Amerika", 1957 Lady Houghton in Lonsdales "Mrs. Cheneys Ende" und Margret Bartlett in Hopwoods "Der Mustergatte"), am →Corso-Theater Zürich (1966 Tante Berta in →Paul Burkhards "Der schwarze Hecht"), am →Bernhard-Theater Zürich (unter anderem 1967 Frau Dr. Rüdisühli in Barillet/Grédys "Die Kaktusblüte"), am →Stadttheater Basel, am →Sommertheater Winterthur, am →Stadttheater Chur, 1953–70 Mitwirkung in diversen Operetten und Märchen am →Opernhaus Zürich (unter anderem 1963 Gräfin Stasa Kokozow in Lehárs "Der Graf von Luxemburg", 1965 Baronin Adelaide in Zellers "Der Vogelhändler", 1966 Praskowia in Lehárs "Die lustige Witwe" und 1970 Exzellenz Hardegg in dessen "Land des Lächelns").



Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Ellen Schwanneke, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1647–1648.

Normdaten