Elsbeth Gmür

Aus Theaterlexikon
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* 13.4.1921 St. Gallen. Tochter von Erika G., Inhaberin einer Ballettschule. ∞ →Walter Oberer, Regisseur und Intendant. Mutter des Regisseurs →Michael Oberer.

1937–40 Ballett-, Schauspiel- und Gesangsausbildung unter anderem bei →Herta Bamert, →Heinz Rosen, →Ellen Widmann sowie bei →Kurt Horwitz und →Ernst Ginsberg in Basel. Engagement als Tänzerin 1939–41 am →Stadttheater St. Gallen (dort auch schon in kleinen Operettenpartien) und 1942–43 am →Stadttheater Zürich. Danach – nun auch in Schauspielrollen – 1943–45 und später als Gast wiederum am Stadttheater St. Gallen (unter anderem 1943 zusammen mit ihrer Mutter Erika G. in Mozarts "Les Petits Riens", einer Ballettpantomime nach einer Idee von →Sigurd Leeder, Choreografie: →Mara Jovanovits), 1946–47 mehrfach am →Stadttheater Basel (1947 Gloria in →Paul Burkhards Revue-Operette "Hopsa, das Leben eines Girls"), 1948–49 und dann regelmässig als Gast am →Schauspielhaus Zürich (1948 Anna Oberholzer in Burkhards "Der schwarze Hecht", 1951 Serviertochter Marteli in der Uraufführung von Burkhards "Die kleine Niederdorf-Oper", Regie: →Oskar Wälterlin). 1950–51 Mitglied des →Cabarets Federal. 1957–60 Ensemblemitglied am →Stadttheater Luzern (unter anderem Fanny in Marcel Pagnols "Zum goldenen Anker", Celia Coplestone in Eliots "Die Cocktail Party" und Prinz Orlofsky in Johann Strauß’ "Die Fledermaus"). 1960–79 festes Engagement am →Stadttheater Bern, schwerpunktmässig im Schauspiel (1960 die Titelrolle in Lope de Vegas "Die Launen der Donna Belisa", 1963 Célimène in Molières "Der Misanthrop" und Julia Luccani in →Rolf Hochhuths "Der Stellvertreter", 1966 Donna Angela in Calderóns "Dame Kobold" und Kassandra in Giraudoux’ "Der trojanische Krieg findet nicht statt", 1971 Marija Podsjekalnikowa in Nikolai Erdmanns "Der Selbstmörder", 1973 Spelunken-Jenny in →Bertolt Brecht/Weills "Die Dreigroschenoper" und Gertrud in Shakespeares "Hamlet", 1978 Hella Angenendt in Karl Otto Mühls "Kur in Bad Wiessee", Frau von Cypressenburg in Nestroys "Der Talisman" und Lisaweta Bogdanowna in Turgenjews "Ein Monat auf dem Lande". In Schauspiel und Operette spielte G. im Verlauf von fünf Jahrzehnten über 200 Rollen. Zwischen 1976 und 1993 Mitwirkung in rund zwanzig Produktionen des →Atelier-Theaters Bern, hauptsächlich Komödien (1982 Regine Seibold in Arnold/Bach/Kollos "Frauen haben das gern" und Anna in Maria Pacômes "Bring’s mir bei, Céline"). Mehrere Rollen in Schweizer Dialektfilmen, etwa in →Kurt Frühs "Bäckerei Zürrer" (1957) und "Es Dach überem Chopf" (1962) und →Alfred Rassers "HD Läppli" (1960) sowie in der deutschen Produktion "Zürcher Verlobung" (1957).



Autor: Peter Tschanz



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Tschanz, Peter: Elsbeth Gmür, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 723–724.

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