Emil Mamelok

Aus Theaterlexikon
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* 12.9.1882 Zürich, † 24.5.1954 Bern.

M. studierte in Karlsruhe Schauspiel und debütierte 1902 am Reußischen Hoftheater in Gera, wo er bis 1907 engagiert war. Anschliessend spielte M. als jugendlicher Held unter Otto Brahm am Lessing-Theater Berlin, 1908/09 bei Louise Dumont und Gustav Lindemann am Schauspielhaus Düsseldorf, 1909/10 am Deutschen Volkstheater Wien, 1910–12 Schauspieler und Regisseur am Stadttheater Brünn, 1912–19 als Schauspieler an den Städtischen Theatern Leipzig sowie ab 1919 erneut in Berlin, wo er bis 1933 an verschiedenen Theatern gastierte, unter anderem am Trianon- und Residenztheater, am Theater in der Königgrätzer Strasse und am Metropol-Theater. Daneben verkörperte er diverse Stummfilmrollen, unter anderem 1920 den Wildtöter im Western "Lederstrumpf. Der Wildtöter und Chingachgook" mit Bela Lugosi. Nachdem M. aus der Reichstheater- und der Reichsfilmkammer ausgeschlossen worden war, emigrierte er in die Schweiz, wo er 1933–54 als Schauspieler, Regisseur sowie 1936–42 als Oberspielleiter des Schauspiels und 1938–51 als Oberspielleiter der Oper am →Stadttheater Luzern engagiert war. M. spielte in Luzern etwa 200 Rollen, darunter 1940 Pastor Manders in Ibsens "Gespenster", 1951 Tod in Hofmannsthals "Der Tor und der Tod", 1953 die Titelrolle in Lessings "Nathan der Weise" und Andreas Doria in Schillers "Die Verschwörung des Fiesco zu Genua", 1954 Hochpote in →Alfred Gehris "Sechste Etage", gelegentlich wirkte er in Opern und Operetten mit. Er verantwortete rund hundert Inszenierungen, darunter 1933 die Uraufführung von Paul Ilgs "Das kleine Licht", 1938 die Schweizer Erstaufführung von Ottmar Gersters Oper "Enoch und Arden", 1939 Beethovens "Fidelio", 1940 Hofmannsthals "Das grosse Welttheater", 1940 Puccinis "Tosca", 1941 Verdis "Aida", 1945 Ibsens "Nora", 1951 die Schweizer Erstaufführung von →Peter Bandis "Die untadelige Maud", 1952 Schillers "Kabale und Liebe", 1953 Scribes "Das Glas Wasser". Am →Schauspielhaus Zürich gastierte M. 1940 in Goethes "Faust. II. Teil" (Regie: →Leopold Lindtberg). Diverse Hörspielrollen.



Autorin: Julia Danielczyk



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Danielczyk, Julia: Emil Mamelok, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1165.

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