Erich Weiss

Aus Theaterlexikon
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* 25.5.1912 Zürich, † 2.1.1984 Dietlikon ZH.

1931–37 studierte W. Germanistik und Anglistik an den Universitäten Zürich und London, Promotion; er arbeitete ab 1938 als Lehrer am Technikum Winterthur und nach 1968 an der Kantonsschule Büelrain in Winterthur. Künstlerische Tätigkeiten als Autor und Schöpfer von Marionettenspielen, als Bildhauer und Maler. Teilnahme an den Ausstellungen "Die junge Schweiz" (1941), "Marionetten" (Gewerbemuseum Basel 1955), "Zürcher Puppenspiele" (Kunstgewerbemuseum der Stadt Zürich 1963), "Lebendiges Puppentheater" (Gewerbemuseum Winterthur 1971); später auch Einzelausstellungen in Zürcher Galerien (1979, 1981). W. schuf bis 1963 die Puppen und Bühnenbilder zu sechs Inszenierungen, die er mit wechselnden Gruppen seiner Studenten aufführte, unter anderem im alten →Stadttheater Winterthur und in der Aula der Kantonsschule Rämibühl in Zürich: "Um eine Dichtung" (1932), "Judas Ischarioth" (1952) und "Der Nachlass – eine Antifröntlerkomödie" (1936), "Die Gänsemagd" (1957), "Das kleine Europatheater" (1960). Anlässlich des 70. Geburtstags von →Hans Reinhart wurde W. von der Literarischen Vereinigung beauftragt, "Die Heilige Kümmernis" von Daniel Baud-Bovy und Reinhart zu der Musik von Helmut Laberer aufzuführen. W.s halblebensgrosse Marionetten traten auf einer unkonventionell breiten Rahmenbühne in Stücken auf, deren politische Inhalte sich in einer stets expressiven, manchmal karikierenden Formgebung der Figuren niederschlugen. Im Puppenbau ging W. neue Wege, zum Beispiel mit Figurengruppen an nur einem Spielbügel. Seine Überlegungen über das Marionettentheater publizierte W. in der Zeitschrift "Puppenspiel und Puppenspieler" (Nummern 11 und 36).

Auszeichnungen

  • 1956 Kunstpreis der Stadt Winterthur,
  • Anerkennungsgaben der Stadt Winterthur.

Nachlass

  • Musée suisse de la marionnette, Freiburg.


Autorin: Elke Krafka



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Krafka, Elke: Erich Weiss, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2067–2068.