Erika Wien

Aus Theaterlexikon
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* 2.9.1928 Wien (A).

Gesangsstudium an der Wiener Musikakademie. Engagements 1952/53 an der Volksoper Wien, 1953–59 am Theater am Goetheplatz Bremen, 1959–64 an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg und 1964–80 am →Opernhaus Zürich. W. gehörte als dramatische Altistin vor allem in der Direktionsära von →Hermann Juch zu den profiliertesten Zürcher Ensemblemitgliedern. Sie sang unter anderem Marie in Bergs "Wozzeck", die Titelrolle in Bizets "Carmen", Kontschakowna in Borodins "Fürst Igor", die Hexe Ježibaba in Dvořáks "Rusalka", die Küsterin in Janáčeks "Jenufa", Marina Mnischek in Mussorgskys "Boris Godunow", die Oberpriesterin in →Othmar Schoecks "Penthesilea", Adelaide in Richard Strauss’ "Arabella", die Gräfin in Tschaikowskys "Pique Dame", mehrere Partien in Werken →Richard Wagners (Ortrud in "Lohengrin", Venus in "Tannhäuser" und Brangäne in "Tristan und Isolde") sowie Leokadja Begbick in →Bertolt Brecht/Weills "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny". Eine besondere Bedeutung innerhalb ihres Repertoires hatten die Opern Verdis (Amneris in "Aida", Ulrica in "Un ballo in maschera", Eboli in "Don Carlo", Mrs. Quickly in "Falstaff", Fenena in "Nabucco", Maddalena in "Rigoletto" und Azucena in "Il Trovatore"). In Zürich sang sie ausserdem in der Uraufführung von →Heinrich Sutermeisters "Madame Bovary" die Schwester Lehrmeisterin (1967, Regie: →Michael Hampe, musikalische Leitung: Reinhard Peters). Gastverpflichtungen unter anderem in Belgien (Brüssel), Deutschland (Deutsche Oper Berlin, Staatsoper Unter den Linden Berlin, Frankfurt am Main, Hamburgische Staatsoper, Bayerische Staatsoper München, Stuttgart), Frankreich (Opéra de Paris), beim Holland Festival Amsterdam, in Israel (Tel Aviv), Italien (Maggio Musicale Fiorentino in Florenz, Turin), Österreich (Staatsoper Wien) sowie in Nordamerika (Los Angeles, San Francisco) und Argentinien (Teatro Colón Buenos Aires). Sang häufig in Konzerten.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Erika Wien, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2099.

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