Erna Brünell

Aus Theaterlexikon
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* 31.1.1908 Leipzig (D), † 20.11.2002 Zürich. ∞ I. Erich Mühlbach, Regisseur.

Private Schauspielausbildung bei Celestine André-Huvard in Krefeld. Debüt 1928 am Stadttheater Krefeld als Julia in Shakespeares "Mass für Mass", 1929/30 Engagement am Stadttheater Elbing, danach Gastrollen an verschiedenen Berliner Bühnen und in Königsberg. B. lebte zeitweise in Hamburg und ab 1933 in Osnabrück, wo ihr erster Ehemann Theaterdirektor war. 1937 spielte sie in Paris am Théâtre Grand Guignol, 1938 versuchte sie in London Fuss zu fassen. Ab 1938 Engagements am →Stadttheater Rheinfelden, Rheinfelden AG und am Stadttheater Aarau-Chur (unter anderem Eva Weininger in Bruno Franks "Nina", Claudia Galotti in Lessings "Emilia Galotti", Königin Elisabeth in Schillers "Maria Stuart", Marthe Rull in Kleists "Der zerbrochene Krug"), ab 1943 auch am →Sommertheater Winterthur, Winterthur ZH (unter anderem Ottilie in →Curt Goetz’ "Ingeborg") sowie 1943–47 als Externistin am →Schauspielhaus Zürich, Zürich ZH. Am →Bernhard-Theater, Zürich ZH wirkte B. in zahlreichen Schwänken und Lustspielen mit (unter anderem 1946/47 als Ehefrau in Arnold/Bachs "Die vertagte Hochzeitsnacht", Regie: →Albert Pulmann, 1949/50 in Arnold/Bachs "Der keusche Lebemann", Regie: →Rudolf Bernhard, und in Laufs/Jakobys "Pension Schöller", Regie: Pulmann). 1945–55 diverse Tourneen unter anderem als Partnerin von Paul Hörbiger, Hans Moser, Paul Kemp und Hans Albers, ab 1949 auch als Kabarettistin tätig. Ab 1967 erneut als Gast am Schauspielhaus Zürich (unter anderem 1973 Frau Coulmier in Peter Weiss’ "Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats", Regie: →Harry Buckwitz; 1976 alte Prostituierte in →Bertolt Brechts "Der gute Mensch von Sezuan", Regie: Manfred Wekwerth; 1979 Kalera in Bonds "Die Frau", Regie: →Gerd Heinz) sowie unter anderem an der 1969 neu gegründeten Kleinen Komödie Zürich, am →Kammertheater Stok in Zürich (1970 Mutter in Camus’ "Das Missverständnis", 1972 Stibors Mutter in Kohouts "So eine Liebe", Regie jeweils: Zbigniew Stok), am →Atelier-Theater, Bern BE, am →Theater am Neumarkt, Zürich ZH (1985 dritte ältere Frau in der Schweizer Erstaufführung von Friederike Roths "Klavierspiele", Regie: →Peter Schweiger) und auf Tourneen mit der →Bühne 64 Zürich. 1982 Beginn einer Solokarriere mit dem Programm "Protestsongs einer alten Frau", es folgten die Soloabende "Songs, die das Leben schrieb" (1986), "Lieder für den Frieden" (1989), "Ich bleibe dran" (1995) und "Das Geheimnis der Casa Fortuna" (2001). Diverse Fernseh- und Filmrollen (unter anderem 1977 Frau Rosenberg in Ingmar Bergmans "Das Schlangenei"). 1988 veröffentlichte B. ihre Autobiografie "Ein Leben für die Bühne".

Auszeichnungen

  • Silbernes Tonband der Stadt Zürich.

Nachlass

  • Deutsches Exilarchiv der Deutschen Bibliothek, Frankfurt am Main.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Erna Brünell, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 279–280.

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