Ernst-August Steinhoff

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* 28.2.1917 Bentierode (D), † 23.6.1998 Zürich. ∞  May Torrend, Sängerin.

Gesangsstudium an der Musikhochschule Hannover bei Hans Winkelmann und privat bei Wilhelm Rabot. Debüt 1939 in Hannover, Engagements 1941/42 am Reichsgautheater Posen und 1942–44 am Reußischen Theater Gera. Nach dem Kriegsende bis 1946 Bürgermeister in Gandersheim, dann Wiederaufnahme der Bühnentätigkeit. Engagements 1946/47 in Göttingen, 1947–49 in Kassel, 1949–53 in Krefeld, 1953–55 in Braunschweig und 1955/56 in Freiburg im Breisgau. 1956–82 (und danach weiterhin als Gast) wirkte S. zunächst als lyrischer, dann als Charaktertenor am Stadttheater/→Opernhaus Zürich. Eine hervorragende stimmliche wie physische Verfassung ermöglichte es ihm, noch bis 1994/95 Gastverpflichtungen anzunehmen. Sein breites Repertoire umfasste auch zahlreiche Partien zeitgenössischer Werke (darunter mehrere Schweizer Erstaufführungen), die er eindrücklich zu gestalten vermochte, beispielsweise Lysander in Brittens "A Midsummer Night’s Dream" (Zürich 1961), Rothschild in Benjamin Fleischmans "Rothschilds Geige" (Luzern 1986), Horace in Rolf Liebermanns "Schule der Frauen" (Zürich 1957), Graf von Kent in Aribert Reimanns "Lear" (Zürich 1988) und Kaufmann in Wolfgang Rihms "Jakob Lenz" (Zürich 1982). Er sang ausserdem den Michelis in der Uraufführung von Martinůs "Griechische Passion" (Zürich 1961, Regie: →Herbert Graf, musikalische Leitung: →Paul Sacher). Als Gast holte man ihn häufig an die →Stadttheater Basel, Bern, Luzern und St. Gallen, ans →Grand Théâtre in Genf sowie an die Deutsche Oper Berlin, nach Düsseldorf-Duisburg, Heidelberg, Mannheim und an die Staatsoper Wien.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Ernst-August Steinhoff, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1751.

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