Ernst Haefliger

Aus Theaterlexikon
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* 6.7.1919 Davos GR. Vater des Pianisten Andreas H. und des Leiters der Internationalen Musikfestwochen Luzern Michael H.

Zunächst Ausbildung am Lehrerseminar in Wettingen, dann am Konservatorium in Zürich, gleichzeitig Studium bei Leni Haefely (Zürich), Julius Patzak (Wien) und Fernando Carpi (Prag/Genf). 1952–74 war H. an der Städtischen Oper/Deutschen Oper Berlin engagiert. Er besass einen lyrischen Tenor mit einem unverwechselbaren, silbrigen Timbre und zeichnete sich durch besondere Klarheit in der Diktion aus. Gastverpflichtungen bei den Festspielen von Aix-en-Provence, Florenz, Glyndebourne, Salzburg und Schwetzingen sowie in Basel, Brüssel, Chicago, Genf, Hamburg, München, Rom, Tokio und Zürich. Wenn auch die Mozart-Partien Ferrando in "Così fan tutte", Don Ottavio in "Don Giovanni", Belmonte in "Die Entführung aus dem Serail", Idamante und Idomeneo in "Idomeneo" und Tamino in "Die Zauberflöte" den Kern von H.s Repertoire bildeten, so beeindruckte er auch als Kalaf in Busonis "Turandot", Pelléas in Debussys "Pelléas et Mélisande", Nerone in Monteverdis "L’incoronazione di Poppea" und Ulisse in dessen "Ritorno d’Ulisse in patria" sowie in den Titelpartien von Pfitzners "Palestrina" und Strawinskys "Oedipus Rex". Als weitere Höhepunkte seiner Bühnentätigkeit galten Aschenbach in der Schweizer Erstaufführung von Brittens "Death in Venice" 1975 am →Stadttheater Bern sowie die Uraufführungen von Orffs "Antigonae" (Partie des Tiresias) 1949 an den Salzburger Festspielen und von Boris Blachers "200’000 Taler" (Partie des Motel) 1969 am Deutschen Opernhaus Berlin. H. sang zur Wiedereröffnung des Prinzregententheaters München im November 1996 den Hirten in →Richard Wagners "Tristan und Isolde". Gefragter Konzertsänger. Lehrtätigkeit am →Konservatorium für Musik Bern und an der Musikhochschule München. Verfasser des gesangspädagogischen Werks "Die Singstimme" (1984). Zahlreiche Aufnahmen auf Tonträger.

Auszeichnungen

  • Berliner Kammersänger.


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Ernst Haefliger, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 782–783.

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