Ernst Schröder

Aus Theaterlexikon
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* 27.1.1915 Wanne-Eickel (D), † 26.7.1994 Berlin (D). ∞ I. 1937 Inge Thiesfeld, Schauspielerin, ∞ II. 1946 Gesa Ferck, Schauspielerin. Vater des Schauspielers und Regisseurs Sebastian C. S. und der Schauspielerin Christiane S.

Schauspielausbildung bei Saladin Schmitt in Bochum. 1934–36 Bühnenbildner, Schauspieler und Regieassistent am Schauspielhaus Bochum, 1936/37 Schauspieler an den Städtischen Bühnen Bielefeld, 1937/38 an den Städtischen Bühnen Kiel (Titelrolle in Goethes "Clavigo"), 1938–41 und 1942–44 am Schiller-Thea­ter Berlin (1938 Prinz Heinrich in Shakespeares "Heinrich IV."), dazwischen als Soldat an der Front. 1944 erneut Soldat, Kriegsgefangenschaft. Ab 1945 an verschiedenen Berliner Bühnen, unter anderem am Hebbel-Theater (1945 Inszenierung des selbst verfassten "Kreuzberger Krippenspiels"; 1946 Karl Moor in Schillers "Die Räuber", Regie: →Walter Felsenstein; 1950 Domingo in Schillers "Don Carlos", Regie: Fritz Kortner; 1946–48 auch Leiter der Schauspielschule), am Renaissance-Theater, am Rheingautheater (1947 Titelrolle in Camus’ "Caligula"; 1948/49 auch Direktion). 1949–51 Lehrbeauftragter für Regie an der Freien Universität Berlin, danach freischaffender Schauspieler und Regisseur, unter anderem in Berlin an der Tribüne (1952 Mephisto in Goethes "Urfaust"), an der Freien Volksbühne im Theater am Kurfürstendamm (1953 Titelrolle in Molières "Tartuffe"; 1956 Adam in Kleists "Der zerbrochene Krug") und (zunächst als Gast, 1961–75 fest engagiert) am Schiller- und Schloßpark-Theater/an den Staatlichen Schauspielbühnen (1952 Marc Anton in Shakespeares "Julius Caesar"; 1953 Franz Moor in Schillers "Die Räuber" und die Titelrolle in Shakespeares "Richard III."; 1961 Titelrolle in →Max Frischs "Graf Öderland"; 1964 de Sade in der Uraufführung von Peter Weiss’ "Marat/Sade"; 1966 Mephisto in Goethes "Faust II", in S.s eigener, umstrittener Inszenierung; 1967 Hamm in Becketts "Endspiel", Regie: Samuel Beckett; 1973 Titelrolle in Bonds "Lear"), an den Münchner Kammerspielen (1954 Wladimir in Becketts "Warten auf Godot", Regie: Kortner) sowie 1958–67 am →Schauspielhaus Zürich (unter anderem 1958 Schmitz in der Uraufführung von Frischs "Herr Biedermann und die Brandstifter", 1958 Titelrolle in Shakespeares "Richard III.", 1960 George Garga in →Bertolt Brechts "Im Dickicht der Städte", 1961 Lehrer in der Uraufführung von Frischs "Andorra", 1963 Augias in der Uraufführung von →Friedrich Dürrenmatts "Herkules und der Stall des Augias", 1967 Bockelson in der Uraufführung von Dürrenmatts "Die Wiedertäufer"). 1969–72 Titelrolle in Hofmannsthals "Jedermann" an den Salzburger Festspielen. Gastverpflichtungen unter anderem am Volkstheater Wien (1968 Churchill in →Rolf Hochhuths "Soldaten") und am Bayerischen Staatsschauspiel München (1972 Titelrolle in Schillers "Wallenstein"-Trilogie, Regie: Felsenstein; 1975 Inszenierung von Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame"). Umfangreiche Film-, Fernseh- und Synchrontätigkeit. 1976 Übersiedlung nach Montalto in der Toscana, nun vorwiegend Fernsehtätigkeit. 1978 Publikation der Autobiografie "Das Leben – verspielt". 1983 als Gast an der Freien Volksbühne Berlin, 1985 Mitwirkung bei den Salzburger Festspielen. Weitere Veröffentlichungen: "Der Rutenbinder" (Drama), 1946. "Die Besessenen. Tagebuch einer Berliner Theaterschule", 1948. "Die Arbeit des Schauspielers", 1966. "Die Zikaden" (Roman), 1990. Seit 1956 Mitglied der Akademie der Künste Berlin, 1968–72 Direktor der Abteilung darstellende Kunst.

Auszeichnungen

  • Staatsschauspieler, Ehrenmitglied der Staatlichen Schauspielbühnen Berlin,
  • 1956 Grosser Kunstpreis des Landes Berlin,
  • 1963 Berliner Staatsschauspieler,
  • 1974 Grosses Bundesverdienstkreuz,
  • 1979 Literaturpreis der Stadt Zürich,
  • 1986 Filmband in Gold,
  • Ehrenmitglied der Staatlichen Schauspielbühnen Berlin.

Literatur

  • Berger, Ludwig: E. S., 1958.
  • Matzker, Reiner: Was noch bleibt, ist das Bild. E. S. in Gedanken, Gesprächen und Briefen, 1995.

Nachlass

  • Akademie der Künste Berlin.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Ernst Schröder, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1635.

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