Eva Gilhofer

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* 18.3.1939 Dortmund (D). ∞ Ludwig Schwarz, Sänger.

Gesangsstudium am Bruckner-Konservatorium in Linz bei Anton Schulz und in Braunschweig bei Carl Momberg. Noch während des Studiums debütierte G. als Olga in Tschaikowskys "Eugen Onegin" am Landestheater Salzburg. Erstes festes Engagement 1963–65 am →Stadttheater Luzern, wo G. bereits erste Fachpartien für Spielalt und dramatischen Mezzosopran übernahm, beispielsweise Preziosilla in Verdis "La forza del destino" und Maddalena in dessen "Rigoletto", die Titelpartie in Thomas’ "Mignon", Frau Reich in Nicolais "Die lustigen Weiber von Windsor", die dritte Dame in Mozarts "Die Zauberflöte", den Komponisten in Richard Strauss’ "Ariadne auf Naxos" und Madelon in Giordanos "Andrea Chénier". 1965–76 wirkte G. am →Stadttheater Basel/an den →Basler Theatern und 1971–84 am Landestheater/Staatstheater Darmstadt. In Basel zählten zu ihren wichtigsten Aufgaben Judit in Bartóks "Herzog Blaubarts Burg", Adalgisa in Bellinis "Norma", Gräfin Geschwitz in Bergs "Lulu" und Marie in dessen "Wozzeck", die Mutter in Dallapiccolas "Il prigioniero", Geneviève in Debussys "Pelléas et Mélisande", die Hexe in Dvořáks "Rusalka", Barbara in Janáčeks "Katja Kabanowa" und die Küsterin in dessen "Jenufa", Ottavia in Monteverdis "L’incoronazione di Poppea", die Mozart-Partien Dorabella in "Così fan tutte", Don Ramiro in "La finta giardiniera" und Cherubino in "Le nozze di Figaro", Nicklausse in Offenbachs "Les Contes d’Hoffmann" und Metella in dessen "Vie parisienne", Princesse Clarice in Prokofjews "L’Amour des trois oranges", Suzuki in Puccinis "Madama Butterfly", Dorilla in Scarlattis "Tigrane", Czipra in Johann Strauß’ "Der Zigeunerbaron", Herodias in Richard Strauss’ "Salome", Baba the Turk in Strawinskys "The Rake’s Progress", die Tschaikowsky-Partien Larina in "Eugen Onegin" sowie Polina und die Gräfin in "Pique Dame", die Verdi-Partien Ulrica in "Un ballo in maschera", Meg Page in "Falstaff" und Azucena in "Il Trovatore", Ortrud in →Richard Wagners "Lohengrin" und Brangäne in dessen "Tristan und Isolde", Leokadja Begbick in →Bertolt Brecht/Weills "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" und Margarita in Wolf-Ferraris "I quattro rusteghi". Ausserdem sang sie in den Uraufführungen von →Paul Burkhards "Bunbury" (1965 Gwendolen, Regie: →Friedrich Schramm, musikalische Leitung: Burkhard) und →Heinz Holligers "Der magische Tänzer" (1970 Marina, Regie: →Erich Holliger, musikalische Leitung: Hans Zender) sowie in der Schweizer Erstaufführung von Isang Yuns "Der Traum des Liu-Tung" (1970, Frau Wang). Weitere wichtige Partien in G.s Repertoire waren die Titelpartie in Bizets "Carmen", die Mutter in Fortners "Bluthochzeit", Cornelia in Händels "Giulio Cesare in Egitto", die Titelrolle in →Arthur Honeggers «Jeanne d’Arc au bûcher», Ariel in →Frank Martins "Der Sturm", Klytämnestra in Richard Strauss’ "Elektra", Jocaste in Strawinskys "Oedipus Rex" und Eboli in Verdis "Don Carlo". Seit 1984 ist G. an den Bremer Theatern engagiert, wo sie unter der Schauspieldirektion von Günter Krämer zunächst als Schauspielerin auftrat (unter anderem Nell in Becketts "Endspiel", Julie in Büchners "Dantons Tod", Polina Andrejewna in Tschechows "Die Möwe" und die Titelrolle in Hermann Brochs "Die Magd Zerline"). Später wirkte G. wieder mehrheitlich im Musiktheater (unter anderem Frl. Schneider in Kanders Musical "Cabaret"), war aber auch weiterhin an Schauspielproduktionen beteiligt. Neben ihren festen Engagements gastierte G. in der Schweiz 1967–72 alljährlich bei der Mozart-Woche Interlaken (unter anderem als Dorabella, Cherubino, dritte Dame), am →Stadttheater St. Gallen und am →Opernhaus Zürich (1968/69 als Adelaide in Zellers "Der Vogelhändler" und 1969/70 als zweite Dame in Mozarts "Die Zauberflöte"), ausserdem in Berlin an der Deutschen Oper (1999 Pythia in Aribert Reimanns "Melusine"), an der Staatsoper Unter den Linden (Baals Mutter in Cerhas "Baal"), an der Hamburgischen Staatsoper (1990–93), in Stuttgart, Wiesbaden sowie an den Festspielen von Bregenz (1974–75) und Schwetzingen (1977 und 1981). Auch rege Tätigkeit als Konzertsängerin.

Auszeichnungen

  • 2002 Kammersängerin in Bremen.


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Eva Gilhofer, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 712–713.

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