Eva Schneid

Aus Theaterlexikon
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* 8.10.1944 Zürich, eigentlich Evelyne Kessler.

1966–69 Schauspielausbildung am →Bühnenstudio Zürich. Erstes Engagement 1969–73 am Stadttheater Bremerhaven (noch unter dem Namen Kessler), wo sie unter anderem als Luise in Schillers "Kabale und Liebe", Lena in Büchners "Leonce und Lena", Axjuscha in Ostrowskis "Der Wald", Narr und Cordelia in Shakespeares "König Lear" und Viola in dessen "Was ihr wollt" (Regie jeweils: Gregor Bals) sowie als Nancy in Ann Jellicoes "Was ist an Tolen so sexy" (Regie: Wilfried Baasner) auftrat. 1973–75 war S. an den →Basler Theatern verpflichtet (Galy Gays Frau in →Bertolt Brechts "Mann ist Mann", Regie: Niels-Peter Rudolph, diverse Rollen in "Wie einst im Mai", Nummern des →Cabarets Cornichon aus den Jahren 1934–45, Regie: →Erich Holliger und →Johannes Peyer) und 1976/77 an den Städtischen Bühnen Wuppertal (Gwendolen in Wildes "Bunbury", Regie: Bals). Zudem Stückverträge am →Theater am Neumarkt Zürich (1975 Marie in Bruckners "Krankheit der Jugend", Regie: Karl Kneidl), an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart sowie 1979 an den Basler Theatern. 1980–83 spielte S. am Theater der Stadt Heidelberg unter anderem Daja in Lessings "Nathan der Weise", Gina in Ibsens "Die Wildente", Dockdaisy in Brechts "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" (Regie: Hans Kresnik) sowie verschiedene Rollen in "Chassidischer Abend" nach Rabbin Nachmann, 1983/84 an der Landesbühne Hannover, 1985–87 am Theater Die Färbe in Singen und 1986 erneut am Theater am Neumarkt. 1986–91 war S. Ensemblemitglied bei der →Claque in Baden. Dort verkörperte sie die Frau in "Hot Lips" (Regie: →Peter Freiburghaus), Winnie in Becketts "Glückliche Tage" (Regie: →Albert Freuler), Marcolfa in García Lorcas "In seinem Garten liebt Don Perlimplin Belisa" (Regie: →Michael Oberer) und verfasste "Schinken auf Mazze oder Jüdisch geboren und christlich getauft" (1990, Regie: Peter Stoytschev, Fernsehaufzeichnung durch 3sat, Hörspiel Schweizer Radio DRS), bei dem sie auch spielte. Seit 1992 arbeitet S. als freischaffende Schauspielerin, Regisseurin und Autorin. Weitere Stücke S.s waren "Chawele oder Die Unruhe danach" (→Theater im Teufelhof Basel, 1992), "Die Weisheit der Hühner" (Regie: S., →Theater Tuchlaube Aarau, 1993), "Neusehland" (Theater im Teufelhof, 1994), "Philomena" (Regie: S., Koautorin und Spiel: →Lilly Friedrich, Theater im Kornhaus Baden, 1995) und "Die dicke Jüdin vom siebten Stock" (Kulturraum Thalwil, 2001). Ausserdem inszenierte S. Eeva Kilpis "Aber leg dir bloss keine Ziege zu" (→Bumper to Bumper, Zürich, 1994), Orffs "Carmina Burana" (→Berner Puppentheater, 1995), Heinrich Lautensacks "Die Pfarrhauskomödie" (→Klibühni Chur, 1996) und spielte die Titelrolle in der Uraufführung von Monica Cantienis "Lucia Mädchen oder die verstopften Ohren des Herrn" (Theater im Kornhaus, Baden, 1998).

Auszeichnungen

  • 1993 Hörspielpreis Prix Suisse für "Schinken und Mazze".


Autor: Jean Grädel



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Grädel, Jean: Eva Schneid, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1619–1620, mit Abbildung auf S. 1620.

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