Ewald Körner

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* 20.1.1926 Bernau (Bernov, heute: CZ).

Klavier- und Klarinettenstudien an der Deutschen Musikhochschule in Prag, Dirigieren bei Joseph Keilberth. 1946–48 erster Klarinettist am Staatstheater Magdeburg. 1948–50 Fortsetzung des Dirigierstudiums in Hannover, 1950 Staatsexamen. 1951–60 zunächst Solorepetitor, dann auch zweiter Kapellmeister am Staatstheater Braunschweig. In dieser Zeit entstanden etwa dreissig Bühnenmusiken und Chorkompositionen. 1956 gründete er in Braunschweig das Orchester "Jeunesse Musicale". 1960 holte ihn →Walter Oberer als Operettenkapellmeister ans →Stadttheater Bern, an dem er ab 1963 als erster Kapellmeister tätig war. Bis zu seiner Pensionierung 1991 dirigierte K. dort mehr als hundert Werke, darunter zahlreiche zeitgenössische Opern, zum Beispiel Wolfgang Fortners "Bluthochzeit" (1974) und Francis Poulencs "Die Letzte am Schafott" (1976), die Uraufführung von François Pantillons "Die Richterin" (1991) sowie mehrere Schweizer Erstaufführungen, darunter Wolf-Ferraris "Il campiello" (1965), Egks "Peer Gynt" (1966), Henzes "Der junge Lord" (1967), Orffs "Antigonae" (1970), Ján Cikkers "Ein Spiel von Liebe und Tod" (1971) und "Auferstehung" (1979). Zu den Höhepunkten seiner Dirigentenlaufbahn gehörten unter anderem die Janáček-Opern "Jenufa" (1972) und "Katja Kabanova" (1979) sowie Bergs "Wozzeck" (1986). Als Gastdirigent arbeitete K. mit verschiedenen europäischen Orchestern und Chören, unter anderem mit der Slowakischen Philharmonie, deren ständiger Gastdirigent er war, sowie dem städtischen Chor Bratislava und dem Philharmonischen Chor Kiew. Jahrelange Lehrtätigkeit am →Conservatoire de Lausanne und am →Konservatorium für Musik Bern.

Auszeichnungen

  • 1981 Ehrendoktor der Universität Bern.

Vorlass

  • Schweizerische Theatersammlung, Bern.


Autorin: Ingrid Bigler-Marschall



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Bigler-Marschall, Ingrid: Ewald Körner, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1022.

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