Fauteuil, Basel BS

Aus Theaterlexikon
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Kleintheater, Gastspiele und Eigenproduktionen

Das Theater wurde von →Roland Rasser gegründet und bis Ende der neunziger Jahre von ihm geleitet. Es wurde am 27.11.1957 unter dem Namen "Théâtre Fauteuil" (später F.) mit dem Programm "Pscht – wytersage!"von Rassers Cabaret "Gigampfi" eröffnet. Der Eintritt war frei, dafür musste ein Stuhl mitgebracht und dort gelassen werden. Der Name leitete sich von einem grossen Sessel im Publikumsraum ab, der als "Stuhl der Gönner" jeweils zu erhöhtem Preis verkauft wurde. Am 25.1.1972 eröffnete Rasser mit einem Programm von Heino Jaeger im selben Haus eine zweite Kleinkunstbühne, das "Tabourettli", das nach dem Umbau durch den Architekten Santiago Calatrava 1987 unter dem Namen "Neues Tabourettli" wieder eröffnet wurde. Ebenfalls im selben Haus befindet sich der 1990 renovierte Kaisersaal, der für verschiedene Veranstaltungen genutzt wird. Im F. und im Tabourettli werden Kleinkunst, vor allem Kabarett, zudem Boulevardtheater und Märcheninszenierungen gezeigt. Zahlreiche Gastspiele gaben unter anderem →Dimitri, →Kaspar Fischer, →Franz Hohler, Hanns Dieter Hüsch, →Alfred Rasser, →Walter Roderer, →Emil Steinberger sowie →Voli Geiler und →Walter Morath, →Margrit Läubli und →César Keiser, →Margrit Rainer und →Ruedi Walter. Helmut Qualtinger, Georg Kreisler, Dieter Hallervorden und Karl Dall traten im F. erstmals in der Schweiz auf. 1981–96 eröffnete oft das Cabaret Chez Nous Berlin mit seiner Travestieshow die Saison, die Münchner Lach- und Schiessgesellschaft gab ebenfalls zahlreiche Gastspiele. Bis 1963 zeigte Roland Rassers Cabaret "Gigampfi" jährlich einmal ein Programm. Weitere Eigenproduktionen waren unter anderem 1974–87 die "Basler Revue", ab 1976 die jährliche Vorfastnachtsveranstaltung "Pfifferli" sowie zahlreiche Märcheninszenierungen. Hausregisseur war ab 1974 über Jahre →Rolf Lansky, als musikalischer Leiter prägend war →Arth Paul. Langjährig als Schauspielerinnen und Schauspieler am F. wirkten unter anderen →René Besson, Colette Greder, →Yvette Kolb, →Sabine Rasser und →Rudolf Ruf. Am 27.11.1996 feierte das F. sein 40-Jahr-Jubiläum mit Alfred Rassers "Demokrat Läppli", in der Hauptrolle dessen Sohn Roland Rasser (Neufassung: Bernhard Baumgartner, Regie: Lansky). Ende der neunziger Jahre übernahmen Roland Rassers Kinder, die Schauspielerin Caroline Rasser und Claude Rasser die Theaterleitung. 1997 hatte deren erste Eigenproduktion, eine baseldeutsche Inszenierung von →Friedrich Dürrenmatts "Die Panne" (Regie: →Egon Karter), Premiere. Das F. und das Tabourettli sind als kontinuierlich erfolgreiche Bühnen ein fester Bestandteil der Basler Theater- und Kabarettszene. Verbandsmitglied: →KTV, Genossenschaft zur Förderung der Basler Kleintheater (GBK).

Spielstätte

Spalenberg 12, 4051 Basel. Fauteuil: Kellertheater mit ansteigendem Saal. Platzkapazität: 242 Plätze. Bühne: 6 m breit, 3,5 m tief. Portal: 4,5 m breit, 2,5 m hoch. Schnürbodenhöhe 3 m. Neues Tabourettli: Konsumationsbestuhlung. Platzkapazität: 178 Plätze. Bühne: 12 m breit, 3,8 m tief. Portal: 12 m breit, 3,5 m hoch. Schnürbodenhöhe: 3,8 m. Kaisersaal: Platzkapazität: variabel, maximal 150 Plätze.



Autorin: Simone Müller



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Müller, Simone: Fauteuil, Basel BS, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 563.

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