Felix Rellstab

Aus Theaterlexikon
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* 14.7.1924 Wädenswil ZH, † 11.3.1999 Schönenberg ZH. Bruder der Malerin Regula R., Vater der Schauspielerin Barbara R.

1946–48 Ausbildung zum Schauspieler und Regisseur am →Bühnenstudio Zürich und am →Schauspielhaus Zürich. 1948–50 Dramaturg, Regieassistent und Schauspieler am Schauspielhaus Zürich. 1951 künstlerischer Leiter des →Kleinen Theaters Zürich und Regietätigkeit bei Freilichtspielen, Volks- und Studententheatern. 1966–71 erster Direktor des →Theaters am Neumarkt in Zürich. 1960–91 Direktor und Regisseur des Bühnenstudios, das 1972/73 unter seiner Direktion in →Schauspiel-Akademie Zürich umbenannt wurde. 1973 Mitbegründer der →SADS, 1982–86 deren Präsident. 1979–85 Gründer und Leiter des "Theaters im Schulhaus", ab 1985 Mitbegründer und Präsident des Trägervereins sowie 1987–91 Koleiter des Kinder- und Jugendtheaters Zürich, auch Kjtz/→Kitz – Junges Theater Zürich. 1985–91 Präsident des wiedergegründeten →Centre Suisse ITI. In R.s Direktionszeit der Schauspiel-Akademie Zürich und des Theaters am Neumarkt fielen wichtige Inszenierungen, Neuübersetzungen, Ur-, deutschsprachige oder schweizerische Erstaufführungen. Daneben wirkte R. gelegentlich als Schauspieler für Bühne, Fernsehen und Film, zuletzt 1998 in Fredi Murers Film "Vollmond" und 1998 in der Uraufführung von Theresia Walsers "King Kongs Töchter" am Theater Neumarkt. Neben der künstlerischen Laufbahn 1953–59 Studien in Philosophie und Ausbildung in Logopädie, pädagogische Tätigkeit als Sprecherzieher und Stimmbildner, ab 1959 auch als Referent und Dozent für Theorie und Grundlagen des Theaterspiels. Ab 1990 Workshops unter anderem in Deutschland, Italien, Rumänien, Burkina Faso, Kamerun, Korea, Projektleiter für umfangreiche theaterpädagogische Strukturen im In- und Ausland, Leiter und Jurymitglied von Autorenwerkstätten (unter anderen Boswil) sowie Autor und Herausgeber der Reihe "schau-spiel", des "Stanislawski-Buchs" 1976, des vierbändigen "Handbuchs Theaterspielen" ("Grundlagen" 1994, "Wege zur Rolle" 1996, "Theorien des Theaterspielens" 1998, "Theaterpädagogik" 2000) und Verfasser international beachteter Standortbestimmungen: "Über die Phantasie des Schauspielers" 1964, "Über die Theorie der Darstellung in der Ausbildung zum Schauspieler" 1985, "Künstlerische Animation – Funktion und Ausbildung" 1987, "Die doppelte Realität des Schauspielers" 1990, "Theorie des Theaterspiels nach Stanislawski und Brecht" 1992.

Auszeichnungen

  • 1992 Kulturpreis der Stadt Zürich.


Autor: Fritz Franz Vogel



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Vogel, Fritz Franz: Felix Rellstab, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1479.

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