Figurentheater Margrit Gysin, Liestal BL

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Figurentheater, Wanderbühne mit Eigenproduktionen für Kinder und Erwachsene

Das F. wurde 1976 gegründet, nannte sich zunächst Fahrendi Bühni und wurde von →Margrit Gysin und →Michael Huber geleitet. Derzeit ist das F. als Ein-Frau-Theater unterwegs. In den bisher über dreissig Inszenierungen, vorwiegend für Kinder, arbeitete Gysin oft mit professionellen Regisseuren zusammen. Herausragende Inszenierungen waren unter anderen 1979 die Bearbeitung des Märchenromans "Momo" (in Zusammenarbeit mit Huber), 1982 "Die Wurzelkinder", 1988 "Die Sterntaler" (Regie: →Federico Emanuel Pfaffen), 1989 "Fitaa – Schneewittchen", 1991 "Die sieben Raben" und jeweils unter der Regie von →Miriam Goldschmidt 1996 "Die Tränen der Gänsehirtin" und 1997 "Allerleirauh. Die Geschichte eines Kindes". In jüngerer Zeit folgten zudem 1999 "Erdkühlein", 2000 "Mimi und Brumm" und 2003 "Ylva-li", eine Hommage an Astrid Lindgren (Regie: →Enrico Beeler, Spiel: Gysin und Huber). In ihrem F. tritt Gysin meist alleine und ohne grossen technischen Aufwand auf. 1988 fand mit "Dona", einer Theaterperformance für Erwachsene nach dem Buch von Rahel Hutmacher, eine Zäsur in ihrem Schaffen statt: Gysin verliess in diesem Spiel den schützenden Kasten der Puppenspielbühne und zeigte sich offen als Spielerin und Erzählerin. In den folgenden Produktionen entwickelte sie diesen Ansatz weiter: Die kleinen Figuren und Objekte der Geschichte, die sie erzählte, bewegte sie auf ihrem Körper, so dass sie als Puppenspielerin zur Mitspielerin wurde, ihr Körper zum Bühnenbild und zur Spielfläche. Gysin geht mit sämtlichen theatralen Mitteln äusserst sparsam um, erzeugt gerade im kleinteiligen Zusammenspiel von Verbalisierung und Materialisierung dramatische Spannung und lässt dabei imaginäre Orte entstehen. Das F. ist durch seine zahlreichen Einladungen zu Festivals (Deutschland, Österreich, Holland, Ungarn, Mexiko, Indien und Pakistan) und Gastspiele im In- und Ausland bekannt. Verbandsmitglied: →ASTEJ, →UNIMA Suisse.

Auszeichnungen

unter anderem

  • 1980 erster Preis am internationalen Puppentheaterfestival in Békéscsaba, Ungarn,
  • 1984 erster Preis am internationalen Esperanto Figurentheaterfestival in Zagreb,
  • 1992 erster Preis am internationalen Figurentheaterfestival Wien-Klagenfurt,
  • 1999 erster Preis am Friedensfestival in Pakistan,
  • 2000 erster Preis an der Synergura in Erfurt.


Autorin: Elke Krafka



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Krafka, Elke: Figurentheater Margrit Gysin, Liestal BL, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 587–588.