Figurentheater Vagabu, Riehen BS

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Figurentheater, Wanderbühne mit Eigenproduktionen für Kinder und Erwachsene

Das F. wurde 1978 in Riehen von →Christian Schuppli und Maya Schuppli-Delpy gegründet; sie sind auch Eigentümer und Rechtsträger des F. 1979 stiess →Vrene Ryser dazu. Nachdem zunächst alle Beteiligten Leitungsfunktionen innehatten, ist seit 1986 Schuppli künstlerischer, organisatorischer und administrativer Theaterleiter. Das F. wird projektweise unterstützt von Gemeinden, Kantonen, der Kulturstiftung Pro Helvetia und einem eigenen Gönnerkreis. In den ersten Jahren führten vor allem Schuppli und Schuppli-Delpy Regie, später wurden vermehrt Regisseure beigezogen. Weitere Mitwirkende wurden jeweils projektbezogen verpflichtet. Seit der Gründung des F. entstanden rund zwanzig Produktionen, unter anderem: 1979 "Das Urteil" als Figurenpantomime nach Kafka, 1982 "Mensch ärgere dich", ein Figuren-Cabaret (in Zusammenarbeit mit den Journalisten Maja und Gerd Löhrer), 1986 "Anna Göldin. Letzte Hexe" nach Eveline Hasler, ein Schauspiel mit Figuren und Masken (15 Mitwirkende, Musik: Markus Imhof, Bühne: Mario Grasso), 1986 "Wunderkinder", ein Kinderstück von Ryser und Schuppli, 1990 "Ikarus", ein Spiel mit Figuren (Musik: Klaus Jensen), 1994 "Schorschi", Folgen 1, 2 und 3 (Regie: →Christoph Haering, Koproduktionen mit dem →Forumclaque Baden), 1996 "Frau Meier, die Amsel" (nach Wolf Erlbruch, Theaterfassung: Schuppli-Delpy, Regie: Gabrielle Hürlimann) und "Play Oedipus" nach →Friedrich Dürrenmatts Erzählung "Das Sterben der Pythia" (Bearbeitung und Regie: Andreas Günther) sowie 1998 "[mada’gaskar]". Das F. wendet sich an Erwachsene und Kinder. Der Spielplan zeichnet sich durch eine Mischung aus eigenen Theaterstücken und Bearbeitungen von Erzählungen, Romanen und Mythen aus. Ab 1991 wurden von Schuppli-Delpy auch Kindertheaterstücke zur Suchtprävention erarbeitet, 1991 "Suuri Zunge", 1995 "Das Phantom der 1b" und 1998 "Heute hütet Leo Leu". Grosse Experimentierfreude bei der Figurengestaltung und dem Einsatz theatraler Mittel prägen die Arbeit des F. Je nach Projekt werden eigene Figurentypen entwickelt; ausserdem wird mit der Kombination Tanz und Figurenspiel gearbeitet. Das F. spielt vor allem in der Region Basel, aber auch in der übrigen Schweiz und gelegentlich im Ausland, zum Beispiel 1997 am Internationalen Puppentheaterfestival im österreichischen Wels. Verbandsmitglied: →UNIMA Suisse, Genossenschaft Basler Kleintheater (GBK) und →ASTEJ.

Auszeichnungen

  • 1996 Kulturpreis der Gemeinde Riehen an Christian Schuppli und das F.

Literatur

  • Ragaz, Paul: Kulturpreisträger 1996:
  • Christian Schuppli, Figurentheater Vagabu. In: Z’Rieche, 1997.


Autor: Elke Krafka



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Krafka, Elke: Figurentheater Vagabu, Riehen BS, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 589–590.