Florian Schneider

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* 7.9.1959 Basel.

Zunächst Lehrerseminar Liestal. Ab 1981 Gesangsstudien bei Eva Krasznai-Gombos in Basel. Weitere Ausbildung 1982–84 am Studio für Musik und Theater der →Musik-Akademie der Stadt Basel (bei Thomas Härtner und →Erich Holliger) sowie 1984/85 am →Internationalen Opernstudio Zürich (bei →Marc Belfort und Thomas Blum). Ergänzender Gesangsunterricht bei Heinrich von Bergen in Bern sowie Rollenstudium bei Rainer Altorfer in Basel. Bereits während der Ausbildung als Gast an der Opéra de Lyon (1983 zweiter junger Offizier in der französischen Erstaufführung von Bernd Alois Zimmermanns "Die Soldaten", Regie: Ken Russell, musikalische Leitung: Serge Baudo) und an der Schweizer Gastspiel-Oper (1983/84 Conte Alberto in Rossinis "L’occasione fa il ladro"). Feste Engagements als lyrischer Tenor 1985/86 am Stadttheater Lüneburg und 1986–88 am Ulmer Theater sowie als Spieltenor 1988–90 am →Stadttheater Bern. Sein Repertoire umfasste beispielsweise Jason in George Antheils "Transatlantic", Ernesto in Donizettis "Don Pasquale", Marquis de Chateauneuf in Lortzings "Zar und Zimmermann", Tamino in Mozarts "Die Zauberflöte", Alfred in Johann Strauß’ "Die Fledermaus", Cassio in Verdis "Otello". Gastverpflichtungen am →Opernhaus Zürich (1989 Rector Adams in Brittens "Peter Grimes", 1990 Titelpartie in →Paul Burkhards musikalischer Komödie "Spiegel, das Kätzchen" im →Bernhard-Theater, Regie: →Christoph Groszer, musikalische Leitung: →Charly Schneider), am Hessischen Staatstheater Wiesbaden (1991 fünf Tenorpartien in Ingomar Grünauers "Die Mutter") und bei den Opernfestspielen Heidenheim (1991 Wenzel in Smetanas "Die verkaufte Braut") sowie als Konzert- und Oratoriensänger. Seit 1990 wirkt S. freischaffend. Während sein Repertorie bis dahin vor allem lyrische Partien umfasst hatte, verlagerte sich der Schwerpunkt seiner Tätigkeit allmählich auf die Sparte Musical, in der er bereits in Lüneburg (Padre in Mitch Leighs "Man of la Mancha") und Ulm (Titelrolle in Andrew Lloyd Webbers "Jesus Christ Superstar") wichtige Erfahrungen gemacht hatte. Grosse Popularität errang S. als Jesus Christ Superstar, den er auch an den Städtischen Bühnen Osnabrück (1991), an den Vereinigten Bühnen Krefeld-Mönchengladbach (1991–93), bei den Schlossfestspielen Ettlingen (1992 und 1993), am Theater der Hansestadt Stralsund (1993) und an den Städtischen Bühnen Bielefeld (1993/94) interpretierte. Als Judas im selben Stück gastierte er am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen (1992/93), am Landestheater Magdeburg (1993), am Süd­thüringischen Staatstheater Meiningen (1993 und 1994) sowie am →Musical-Theater Basel (2002). In Richard O’Briens "The Rocky Horror Show" trat er als Frank n’Furter am →Stadttheater Bern, in Gelsenkirchen (1993–95), am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken (1994/95) und an den Städtischen Bühnen Münster (1995) auf. Am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken sang S. in der Uraufführung von Frank Nimsgerns Musical "Paradise of Pain" die Rolle des Johannes Taucher (1998/99, Regie: →Kurt Josef Schildknecht). Einen besonderen Erfolg erlangte S. in der Titelrolle von Lloyd Webbers "The Phantom of the Opera", die er 1995–97 am Musical-Theater Basel in über 500 Vorstellungen sang. Neben seinen Bühnenauftritten wirkte er in zahlreichen Musical-Konzerten mit.

Auszeichnungen

  • 1996 Preis der Basellandschaftlichen Kantonalbank für seine Interpretation der Titelpartie in "The Phantom of the Opera".


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Florian Schneider, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1621.

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