François Klaus

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* 10.11.1947 Cannes (F). ∞ Robyn White, Tänzerin.

Nach Ballettausbildung bei Julie Sedova in Cannes und bei Marika Besobrasova in Monte Carlo (1957–64) tanzte K. unter →Serge Golovine im Ballettensemble des →Grand Théâtre in Genf sowie beim Ballet Classique de France. Für die Spielzeit 1969/70 engagierte ihn John Cranko an die Württembergischen Staatstheater Stuttgart, dann Wechsel an das ebenfalls von Cranko geleitete Ballett der Bayerischen Staatsoper München, wo er insbesondere als Prinz in Crankos "Schwanensee" (Musik: Tschaikowsky) gefeiert wurde. 1972–91 tanzte K. als erster Solist im Ballett der Hamburgischen Staatsoper unter John Neumeier die Prinzen in dessen Klassiker-Versionen und zahlreiche Hauptrollen in dessen Neuschöpfungen wie beispielsweise "Dritte Sinfonie von Gustav Mahler", "Ein Sommernachtstraum" (Musik: Felix Mendelssohn Bartholdy und Ligeti) und "Artus-Sage" (Musik: Sibelius, Henze und andere). 1978 entstand K.s erstes eigenes abendfüllendes Ballett "Die kleine Meerjungfrau". 1991–94 wirkte er als Ballettdirektor am →Stadttheater Bern. Seine Spezialität waren Handlungsballette wie 1992 "Les Romanesques" (Musik: Collage aus Werken von →Richard Wagner, Prokofjew, Schubert, Gottschalk bis zu Indianer-Rhythmen), 1993 "Der Nussknacker" (Musik: Tschaikowsky), 1994 "Peer Gynt" (Musik: Grieg) und "Die Liebenden von Verona" (Musik: Collage von Boismortier bis Rachmaninow und Martinů). 1994–96 leitete er in Bern die freie Kompanie "Ballett-Art François Klaus", die im →Theater National mit mannigfaltigen Stilexperimenten ein breites Publikum anzusprechen versuchte. Seit 1997 ist K. künstlerischer Direktor des Queensland Balletts Australien.

Auszeichnungen

  • 1996 Preis der Schweizerischen Doron-Stiftung, Zug, für seine Choreografien und Verdienste um den Schweizerischen Tanz.


Autorin: Agathe Blaser



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blaser, Agathe: François Klaus, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 996.