Franz Lechleitner

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* 3.10.1914 Stanzach (A), † 31.5.1979 Bad Hall (A).

Studium der Jurisprudenz an den Universitäten Innsbruck und Wien (1939 Promotion). Gleichzeitig Gesangsstudium an der Akademie für Musik und darstellende Kunst Wien. Engagements 1940–43 am Staatstheater Oldenburg, 1943/44 am Badischen Staatstheater Karlsruhe, 1945/46 am Tiroler Landestheater Innsbruck und 1946–60 am →Stadttheater Zürich. Zu L.s Aufgaben gehörten vor allem Partien aus dem Fach für jugendlichen und schweren Heldentenor. Seine hoch gewachsene, blendende Erscheinung und eine baritonal gefärbte, warm klingende Stimme liessen ihn zum idealen Interpreten Wagner’scher Helden werden. Weitere Schwerpunkte in seinem Repertoire waren die Opern von Richard Strauss und Verdi. Besondere Erwähnung verdient überdies seine Mitwirkung in mehreren Schweizer Erstaufführungen: So sang er 1948 Boris Grigorjewitsch in Janáčeks "Katja Kabanowa" (Regie: Oscar Fritz Schuh, musikalische Leitung: →Otto Ackermann), 1950 Orfeo in Alfredo Casellas "La favola d’Orfeo", 1951 Tristan in →Frank Martins "Le Vin herbé"(Regie: Rudolf Hartmann, musikalische Leitung: →Victor Reinshagen), 1953 Schweiker von Gundelfingen in Richard Strauss’ "Feuersnot" (Regie: →Hans Zimmermann, musikalische Leitung: Ackermann), 1954 Podestà in →Rolf Liebermanns "Penelope" (Regie: Zimmermann, musikalische Leitung: →Hans Rosbaud), 1955 Vater in Marcel Mihalovicis "Die Heimkehr", 1959 Chlestakow in Egks "Der Revisor" und Antonio in Martins "Der Sturm" (Regie: Zimmermann, musikalische Leitung: →Christian Vöchting) sowie den Gesellen in der Uraufführung der Neufassung von →Paul Hindemiths "Cardillac" (20.6.1952, Regie: Zimmermann, musikalische Leitung: Reinshagen). 1949–51 trat L. mehrmals an der Covent Garden Opera London auf, so beispielsweise als Herodes in Strauss’ "Salome", Radamès in Verdis "Aida", Walther von Stolzing in →Richard Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg" sowie in den Titelpartien von dessen "Lohengrin" und "Parsifal". Weitere Gastverpflichtungen in Berlin, Brüssel, an der Staatsoper Wien (unter anderem 1958 in den Wagner-Rollen Walther von Stolzing und Siegmund in "Die Walküre") sowie am →Stadttheater Basel (1946/47 Lohengrin, 1947/48 Radamès und Max in Webers "Der Freischütz", 1948/49 Pedro in d’Alberts "Tiefland"), am →Stadttheater Bern, am →Grand Théâtre in Genf (1950 Erik in Wagners "Der fliegende Holländer"), am →Théâtre Municipal in Lausanne (1953 Tristan in Wagners "Tristan und Isolde"), am →Stadttheater Luzern (1951/52 Florestan in Beethovens "Fidelio") und am →Stadttheater St. Gallen (1950/51 Manrico in Verdis "Il Trovatore"). Auch Tätigkeit als Konzertsänger. Die Karriere L.s fand ein verhältnismässig frühes Ende.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Franz Lechleitner, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1089–1090.

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