Franz Niklaus König

Aus Theaterlexikon
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* 6.4.1765 Bern, † 27.3.1832 Bern.

Zunächst Ausbildung zum Flachmaler, unter anderem bei seinem Vater Emanuel K., Tiberius Dominicus und Marquard Wocher. Anfang der achtziger Jahre Schüler des Genremalers Sigmund Freudenberger, danach vermutlich von Balthasar Dunker. Tätigkeit als Kopist, später auch als Porträtist in Bern. 1797 zog K. nach Interlaken und wohnte 1803–09 im Schloss Unterseen, wo er in verschiedenen Techniken vor allem für Reisende Landschaften, Trachtenzyklen und Kleinformate herstellte, die Themen der ländlichen Idylle aufgriffen. K. beteiligte sich an der Gründung und Organisation der touristisch-folkloristischen Alphirtenfeste von Unspunnen 1805 und 1808, die er auch im Bild festhielt. Das Ausbleiben von Fremden – nicht zuletzt wegen der napoleonischen Kriege – liess ihn 1809 nach Bern zurückkehren, wo er sich der Herstellung von bemalten Lichtschirmen und Transparenten widmete. Diese von hinten beleuchteten Landschaftsbilder führte er ab 1815 in seinem "Transparenten-Kabinett" in Bern, später auch in Lausanne, Genf, St. Gallen und auf Reisen in Deutschland und Paris dem Publikum vor. Gleichzeitig betätigte er sich in Bern als Bühnenmaler. Im Auftrag der Aktionäre des →Hôtel de Musique in Bern fertigte er 1811 die Kostüme und Dekorationen für Kotzebues "Johanna von Montfaucon oder Die Wiedereroberung der Burg Grandson" an, darunter das Schloss Grandson, den Ausblick auf den Neuenburgersee und die ferne Alpenkette. Die letzten Arbeitsjahre beschäftigte sich K. vorwiegend mit Lithografien und Buchillustrationen, unter anderem für den "Helvetischen Almanach" (Zürich) und die "Alpenrosen" (Zürich).

Literatur

  • Bourquin, Marcus: F. N. K., 1963.
  • Meier, Andreas: F. N. K. 1765–1832, 1982.

Nachlass

  • Burgerbibliothek Bern.


Autor: Reto Caluori



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Caluori, Reto: Franz Niklaus König, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1020–1021.

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