Franz Regis Krauer

Aus Theaterlexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

* 5.7.1739 Luzern, † 5.10.1806 Luzern, auch Franz Regis Crauer. Bruder des Pädagogen Nivard K.

Besuch der Volksschule und 1748–56 des Jesuitengymnasiums in Luzern. 1756 Eintritt ins Noviziat der Gesellschaft Jesu im bayerischen Landsberg. 1758–63 Studium der Philosophie in Freiburg im Breisgau, Ingolstadt und Amberg, 1763–67 der Theologie in Ingolstadt. 1767 Priesterweihe, anschliessend kurze Lehrtätigkeit als Professor der Grammatik am Jesuitenkollegium in Solothurn. 1770–1806 Rhetoriklehrer (ab 1772 Professor) am Jesuitenkollegium Luzern, das nach der Aufhebung des Ordens 1774 in Höhere Lehranstalt umbenannt wurde. Zusammen mit →Joseph Ignaz Zimmermann machte sich K. um pädagogische und didaktische Reformen verdient, indem er sich insbesondere für die damals an den Jesuitenschulen wenig beachtete deutsche Sprache und Literatur einsetzte. Zur Förderung des muttersprachlichen Unterrichts und der vaterländischen Gesinnung seiner Schüler verfasste er Schuldramen mit meist schweizergeschichtlichem Inhalt. Seine Bühnenwerke entfernten sich von der barocken Tradition und entwickelten sich hin zu einem eigenständigen deutschen Schauspiel: "Berchtold, Herzog von Zähringen, der Erbauer der Stadt Bern" (1778), "Kaiser Albrechts Tod" (1780), "Oberst Pfyffer" (1783), "Die Grafen von Toggenburg" (1784), "Die Mordnacht zu Luzern" (1787) und "Julia Alpinula oder Die Gefahr der Sicherheit" (1792, aufgeführt "von den hochoberkeitlichen Schulen, den 3., 4. und 6. Herbstmonat 1792"). Als einziges Bühnenwerk mit antikem Stoff veröffentlichte K. 1800 das Drama "Brutus" (nach Voltaire). K. publizierte auch Gedichte, ein Lehrbuch zur Schweizer Geschichte und die wahrscheinlich erste Gesamtübersetzung von Vergils "Aeneis" in deutschen Hexametern (1783).

Literatur

  • Wicki, Hans: Staat, Kirche, Religiosität, 1990.


Autor: Reto Caluori



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Caluori, Reto: Franz Regis Krauer, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1031.

Normdaten