Franziska Kohlund

Aus Theaterlexikon
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* Basel. Tochter des Schauspielers und Regisseurs →Erwin K. und der Schauspielerin →Margrit Winter, Schwester des Schauspielers →Christian K., Enkelin des Schauspielers, Regisseurs, Bühnenbildners und Theaterleiters →Ekkehard K.

1968–71 Schauspielausbildung am →Bühnenstudio Zürich, 1969 →Emil-Oprecht-Preis. Erstes festes Engagement 1971–74 am →Schauspielhaus Zürich, dort spielte sie unter anderem die zweite Manola in García Lorcas "Doña Rosita bleibt ledig" (Regie: →Harry Buckwitz), Helena in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" (Regie: Peter Gill), die zweite Dame in Gombrowicz’ "Die Trauung" (Regie: Jerzy Jarocki) und Lisbeth in der Uraufführung von →Hansjörg Schneiders "Der Erfinder oder Schpäck ond Bohne" (Regie: →Reto Babst). 1974–78 als Gast unter anderem an den Bad Hersfelder Festspielen (Thekla in Schillers "Wallenstein", Regie: Tom Toelle), am Theater Baden-Baden (Christine in Schnitzlers "Liebelei", Regie: →Walter Ruch) und am Theater der Stadt Trier (Titelrolle in Sophokles’ "Elektra", Regie: Kurt Kaschenz). Nach einer ersten Regieassistenz bei Vater Erwin K. 1976 begann K. selbst zu inszenieren und schuf viel beachtete Inszenierungen für das Volkstheater, so für die →Freunde des Volkstheaters Wädenswil, wo sie 1977–83 jeweils eine Dialektfassung von →Emil Bader inszenierte: Wilders "Die Heiratsvermittlerin", Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung" und "Ein Sommernachtstraum", →Cäsar von Arx’ "Der kleine Sündenfall", Goldonis "Der Diener zweier Herren" (Fernsehaufzeichnung), Molières "Arzt wider Willen" und "Historia von Doctor Johannes Faustus". 1978–82 realisierte sie im Auftrag der Präsidialabteilung der Stadt Zürich mehrere Freilichtaufführungen: →Jakob Rufs "Etter Heini" auf der St. Peterhofstatt in Zürich, "König Salomon & Marcolfus" nach Hans Folz/→Zacharias Bletz sowie Jewgeni Schwarz’ "Der Drache" in einer Dialektfassung von Bader auf dem Lindenhof in Zürich. 1988, 1991 und 1994 inszenierte K. Schillers "Wilhelm Tell" für die Tellspiele Altdorf (→Tellspiel- und Theatergesellschaft Altdorf). Daneben Inszenierungen an verschiedenen Theatern: am →Theater für den Kanton Zürich (1981 Schwarz’ "Das gewöhnliche Wunder" in der Dialektfassung von →Gerold Späth, 1982 Albees "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?", 1983 →Paul Burkhards "Der schwarze Hecht" und 1986 Shakespeares "Ein Sommernachtstraum"), am →Theater am Hechtplatz Zürich (1985 Uraufführung von →Peter Zeindlers "Der Kurgast") und an den →Basler Theatern (1985 García Lorcas "Doña Rosita bleibt ledig"). 1984 gründete K. zusammen mit ihrem Lebenspartner →Buschi Luginbühl die freie Gruppe →Il Soggetto, bei der auch ihre Eltern massgeblich mitarbeiteten. Seit der Gründung führt K. dort in fast allen Stücken Regie, ist oft zusammen mit Luginbühl zuständig für das Bühnenbild sowie für die Bearbeitung der Stücke und spielt seit 1993 diverse Rollen. Ihre Soggetto-Inszenierungen waren: 1984 Dialektbearbeitung von John Arden/Margarette D’Arcys "Versteckt" (Fernsehaufzeichnung), 1986 Wolfgang Hildesheimers "Mary Stuart", 1987 "Juxstitia oder das Jahrmarktgericht" nach Ben Jonsons "Bartholomew Fayre", 1988 Leopold Ahlsens "Philemon und Baukis", 1989 Ken Campbells "Mr. Pilk’s Madhouse", 1990 Shakespeares "King Lear", 1992 Pirandellos "Die Riesen vom Berge", 1993 Renato Sartis "La Barbona" und Walter Jens’ "Der Untergang", 1995 Ramon del Valle-Incláns "Worte Gottes", 1996 deutschsprachige Erstaufführung von Alfonso Sastres "Die traurigen Augen des Wilhelm Tell", bearbeitet von →Heinz Stalder, 1997 Dialektbearbeitung von Goldonis "Der Diener zweier Herren" und 1999 Machiavellis «Man­dragola». Gastinszenierungen unter anderem am →Landschaftstheater Ballenberg (1998 Schwarz’ "Der Drache", Dialektfassung von Stalder) und am Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg (2000 Eric-Emmanuel Schmitts "Der Freigeist").



Autor: Jean Grädel



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Grädel, Jean: Franziska Kohlund, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1015–1016.