Fred Schneckenburger

Aus Theaterlexikon
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* 31.1.1902 Schaffhausen, † 16.9.1966 Zürich, eigentlich Franz Alfred S.

Kurz vor der Matura Schulabbruch, danach kaufmännische Lehre im Speditionsfach. 1921–23 Anstellung in Frankfurt am Main bei einer Speditionsfirma, die 1922 die Europatournee von Alexander Tairow und seinem Moskauer Kammertheater zu betreuen hatte. Für S. wurde dies zu einer künstlerisch prägenden Begegnung. Als Angestellter verschiedener Speditionsfirmen kurzer Aufenthalt in Warschau, bis 1925 in Mailand, 1925–28 in Paris. Ab 1930 Anstellung bei der Schweizer Schmirgel- und Schleifindustrie (SIA Swiss Industrial Abrasives) Frauenfeld, 1938–57 Geschäftsführer. Als Künstler war S. Autodidakt, knüpfte aber schnell Kontakte zu Zürcher Künstlerkreisen, beispielsweise den Mitgliedern des →Schweizerischen Marionettentheaters im Kunstgewerbemuseum. 1934 lernte er durch →Trudi Schoop die Künstler um das →Cabaret Cornichon kennen und unterstützte sie mit seiner antifaschistischen Gesinnung in den Kriegsjahren; sie liehen später seinen Puppen ihre Stimmen. Sein Interesse an moderner Grafik führte zur engen Zusammenarbeit mit jungen Grafikern, Mitgliedern des Schweizerischen Werkbunds, die sowohl die Werbebroschüren für die SIA als auch später seine Theaterprogramme gestalteten. Erst 1947 gründete S. sein eigenes Theater, →Fred Schneckenburgers Puppencabaret, das er grösstenteils nebenberuflich bis 1966 betrieb und mit dem er Gastspiele im In- und Ausland gab. 1959 Mitbegründer und erster Präsident der →Vereinigung schweizerischer Puppenbühnen. 1960–61 Redaktor der von ihm mitinitiierten Fachzeitschrift "Puppenspiel und Puppenspieler" ("pp", heute: Figura). 1963 übernahm S. die →Zürcher Marionetten, trat jedoch nur noch wenige Male auf. S.s international bekannte Plakatsammlung (über 15’000 Exemplare), die er 1921 angelegt hatte und die 1955 von der Stadt Zürich erworben wurde, bildet den Grundstock der wertvollen Plakatsammlung des Museums für Gestaltung.

Literatur

  • Fred Schneckenburgers Puppencabaret (1947–1966), Text von Hana Ribi, 1991 [Ausstellungskatalog Münchner Stadtmuseum, Museum Bellerive, Zürich]. Erweiterte Ausgabe mit Verzeichnis der Sammlung Museum Bellerive, 1992.
  • Mit Biografien der wichtigsten Mitarbeiter ergänzte Ausgabe, Nationalmuseum Prag, 1999.


Autorin: Hana Ribi



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Ribi, Hana: Fred Schneckenburger, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1618–1619.

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