Fredy Kunz

Aus Theaterlexikon
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* 2.12.1944 Zürich.

Zunächst Lehre als Verkäufer. 1962–64 Eleve und Schauspieler bei der Gastspielbühne "Der Weg" von Hermann Budde. Fortbildung zum Schauspieler bei Wolf Bosshard in Zürich und bei →Linde Strube in Zollikon. Ab 1966 in verschiedenen Theaterproduktionen, etwa am →Bernhard-Theater Zürich, bei der →Zürcher Werkbühne unter Georg Müller (diverse kleinere Rollen in Alfred Jarrys "Roi Ubu"), 1968 als Externist am →Schauspielhaus Zürich (→Bertolt Brechts "Die heilige Johanna der Schlachthöfe", Regie: →Leopold Lindtberg), 1968 am →Corso-Theater Zürich in "Die kleine Niederdorfoper" (als Martin Kübler, mit →Ruedi Walter und →Margrit Rainer, Regie: →Karl Suter), 1969 am →Opernhaus Zürich in →Jörg Schneiders Dialekt-Märchenspiel "Die Wunderbrezel" (Musik: →Werner Kruse), zweimal auf Tournee mit →Schaggi Streuli in "Chef in Not" und "Polizischt Wäckerli im 7. Himmel", 1971 als Gast am →Stadttheater Chur, 1970 und 1977 am →Sommertheater Winterthur, 1972 in der Operette "Der fidele Bauer" (in der Reihe "Operette am Montag" am →Stadttheater Winterthur, Regie: Zdenko von Koschak) und ab 1970 als Schauspieler und Regisseur an Enzo Ertinis Gastspielbühne Theater der Jungbrunnen Zürich, dessen Leitung er 1971–77 übernahm. Dieses Theater spielte in Spitälern, Heimen und bei Kirchgemeindeveranstaltungen (vorwiegend Lustspiele in Mundart und auf Schriftdeutsch, ferner Advent- und Krippenspiele und Märchen). K. schwebte jedoch ein Gastspielbetrieb vor, das grössere Tourneen unternehmen und auch für Kinder spielen sollte. Deshalb gründete er 1977 das Gastspieltheater Zürich. Die erste Produktion war das Märchen "Schneewissli und Roserot" (1977, Kirchgemeindehaus Baumacher in Zürich Oerlikon). Neben dem Märchenprogramm wurden für die Erwachsenen hauptsächlich Dialektstücke erarbeitet. In den ersten zehn Jahren kamen jährlich drei bis vier Produktionen heraus, und es wurden bis zu 150 Vorstellungen in der ganzen Schweiz gespielt. Wie das Theater der Jungbrunnen spielte das Gastspieltheater zunächst auch für Kranke und Betagte, worauf nach zehn Jahren aus Kostengründen verzichtet werden musste. Am Opernhaus Zürich inszenierte K. in Koproduktion mit dem Gastspieltheater Zürich 1986 die Uraufführung von Emil Mosers "Aladin und die Wunderlampe" und 1988 Otto Röthlisberger/L. Frank Baums "De Zauberer vo Oz". 1991 bezog das Gastspieltheater im Erlebniszentrum Grodoonia in Rümlang (heute: Riedmatt Center Rümlang) neue Räumlichkeiten und erhielt damit eine Heimbühne, das Theater im Grodoonia (ab 2000/01 Heimbühne Rümlang, ab 2002/03 Kleintheater Rümlang), mit Platz für Fundus, Werkstatt und Garderobe (Platzkapazität: 156 Plätze, Bistrobestuhlung: 100 Plätze. Bühne: 10 m breit, 6 m tief, 3,96 m hoch, Vorbühne, Nebenbühne). Das Theater wird auch an andere Veranstalter vermietet. K. wirkte zudem in Radio- und Fernsehproduktionen sowie in Spielfilmen mit.

Auszeichnungen

  • 1989 Preis der Stiftung für abendländische Besinnung für seine Märchen-Inszenierungen.


Autor: Kurt Bigger



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Biber, Kurt: Fredy Kunz, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1054–1055.

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