Freie Bühne Chur, Chur GR

Aus Theaterlexikon
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Amateurtheater ohne eigene Spielstätte, Kinder- und Jugendtheater in Dialekt

Fünf Mitglieder der →Theater- und Unterhaltungsgesellschaft Chur gründeten am 4.12.1968 die F. mit dem Ziel, spannendes und unterhaltsames Theater für Kinder und Jugendliche zu spielen. Das Hauptgewicht lag von Anfang an auf dem Märchenspiel. In den 1984 revidierten Statuten wurde der Vereinszweck mit der Organisation und dem Spielen von Volkstheater, insbesondere der Aufführung von Märchen, umschrieben. Die erste Produktion war 1969 →Jörg Schneiders "Froschkönig" nach Grimm und fand in Chur im Saal des Hotels "Marsoel" (etwa 200 Plätze) statt. Der grosse Publikumszuspruch veranlasste die F., jährlich – meist im Winter – mindestens ein neues Stück im →Stadttheater Chur, Chur GR aufzuführen. Zunächst wurden vor allem Schneiders Bearbeitungen der Märchen von Grimm inszeniert. Später kamen Bearbeitungen von Andersens und Hauffs Märchen sowie weitere, auch neuere Kinderliteratur hinzu, beispielsweise Johanna Spyris "Heidi" (1976), →Gian Bundis "Tredeschin" (1987 und 1998, nach einem Engadiner Märchen), Paul Maars "Der König in der Kiste" (1989) sowie Schneiders Bearbeitungen von Michael Endes "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" (1990) und "Jim Knopf und die Wilde 13" (1993). Bis 1983 gestalteten Robert Fischli (Regie) und Fred Ruchti (Bühnenbild) die meisten Inszenierungen. Danach wechselte das Leitungsteam häufig, wobei regelmässig professionelle Theaterschaffende die Regie übernahmen. Die F. hat etwa vierzig aktive Mitglieder. Sie ist im Besitz eines umfassenden Fundus und finanziert sich durch Sponsoren- und Mitgliederbeiträge sowie die Vermietung von Fundusbeständen. Verbandsmitglied: →ZSV.

Literatur

  • Wilhelm, Reto/Jenny, Georg/Caviezel, Gion (Red.): Märchentheater. 25 Jahre F., 1993.


Autor: Sigi Blarer



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blarer, Sigi: Freie Bühne Chur, Chur GR, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 629.