Friedel Nowack

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* 13.9.1901 Bremen (D), † 15.5.1988 Berlin/Ost (DDR, heute: D). ∞ Erwin Reiche, Kritiker und Rechtsanwalt.

Nach dem Lyzeum 1917–24 zunächst Schauspielvolontärin, dann Schauspielerin am Stadttheater Bremen (unter anderem Puck in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum", Titelrolle in Kleists "Das Käthchen von Heilbronn"), 1924–27 am Staatstheater Wiesbaden (unter anderem Titelrolle in Shaws "Die heilige Johanna", Leonore Sanvitale in Goethes "Torquato Tasso", Klärchen in dessen "Egmont", Lotte Lenz in Walter Kollos "Die Frau ohne Kuss"), 1927/28 an den Barnowsky-Bühnen Berlin. 1928 auf Anraten des Dirigenten Otto Klemperer Gesangsausbildung bei Hertha Dehmlow und Antonie Stern in Berlin. Bis 1930 als Gast an verschiedenen Berliner Bühnen, 1930/31 an der Städtischen Bühne Hannover, danach erneut in Berlin, 1933/34 am Neuen Theater Frankfurt am Main. 1934 Inhaftierung aus politischen Gründen, nach der Freilassung nur noch Gastrollen, unter anderem 1935/36 am Rose-Theater Berlin (Franziska in Lessings "Minna von Barnhelm"). Wegen ihres jüdischen Ehemanns wurde N. aus der Reichstheaterkammer ausgeschlossen. Emigration nach Wien, Engagements am Theater in der Josefstadt und am Deutschen Volkstheater, daneben in Prag. Emigration nach Bern, 1937–46 Engagement am →Stadttheater Bern, unter anderem Titelrollen in Schillers "Maria Stuart", Goethes "Iphigenie auf Tauris", Ibsens "Nora" und Sardou/de Najacs "Cyprienne" sowie Rosalinde in Shakespeares "Wie es euch gefällt". 1939 als Gast am →Schauspielhaus Zürich. Mitwirkung in diversen Hörspielen des Studios Bern von Radio Beromünster (1940 Königin und Jungfrau in der Ursendung von →Bertolt Brechts "Das Verhör des Lukullus"). Daneben antifaschistisch-politische Tätigkeit, zusammen mit ihrem Ehemann Gründerin der Berner Gruppe "Freies Deutschland". Rückkehr nach Deutschland, Engagement am Theater am Schiffbauerdamm Berlin (Januar 1947 Marwood in Lessings "Miss Sara Samspon", Regie: Rochus Gliese). Im Mai 1947 und im Oktober 1948 als Gast erneut am Stadttheater Bern (Titelrollen in Ervines "Die erste Frau Selby" und in Grillparzers "Sappho", Regie jeweils: →Paul Kalbeck). 1948–50 am Deutschen Theaterinstitut Weimar, 1950–52 am Deutschen Theater Berlin (1952 Frau Pearce in Shaws "Pygmalion", Regie: Rudolf Noelte), 1952–64 am Maxim-Gorki-Theater Berlin (unter anderem 1954 Frau Wolff in Gerhart Hauptmanns "Der Biberpelz", 1956 Helene Alving in Ibsens "Gespenster", 1961 Marthe Rull in Kleists "Der zerbrochene Krug"), als Gast an diversen Ostberliner Bühnen, unter anderem an der Volksbühne (1961 Hekuba in Euripides’ "Die Troerinnen"). Zahlreiche Filmrollen.

Auszeichnungen

  • Vaterländischer Verdienstorden der DDR,
  • National- und Kunstpreis der DDR,
  • Medaille Kämpferin gegen den Faschismus,
  • Ehrenmitglied des Maxim-Gorki-Theaters.


Autor: Werner Wüthrich



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Wüthrich, Werner: Friedel Nowack, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1330–1331.

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