Fritz Bois

Aus Theaterlexikon
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* 7.6.1901 Düsseldorf (D), † 28.11.1957 St. Gallen.

B. begann seine Bühnenlaufbahn 1920 als Schauspieler am Städtischen Schauspielhaus in Remscheid. 1921–24 war er am Stadttheater Halberstadt engagiert und 1924–26 als Schauspieler und Sänger (Bass) am Stadttheater Cottbus. 1926 kam er als erster Komiker ans →Stadttheater St. Gallen, wo er bis 1945 als darstellendes Mitglied in Schauspiel, Oper und Operette wirkte, unter anderem als Mosca in Jonsons "Volpone", Pastor Spitta in Hauptmanns "Die Ratten", Zettel in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum", Kuno in Webers "Der Freischütz", Frosch in Johann Strauß’ "Die Fledermaus". Seit 1928 war B. zudem als Spielleiter tätig. B. inszenierte Operetten und Schwänke (darunter Arnold/Bachs "Der wahre Jakob", "Der kühne Schwimmer") und wurde 1931 Regisseur des Lustspiels. 1930–32 und 1937–38 war B. Beisitzender im Ortsausschuss/Lokalverband der Bühnenkünstler in der Schweiz (→SBKV). B. galt in St. Gallen als "guter" Künstler und als integres Ensemblemitglied. Am 11.3.1945 wurde B.s zusammen mit →Hans Moeckel verfasste Oper "Die gestörte Uraufführung" am Stadttheater St. Gallen uraufgeführt. Nach Kriegsende wurde gegen B. wegen seiner NSDAP-Mitgliedschaft prozessiert, worauf seine Entlassung erfolgte und er seine Bühnenlaufbahn aufgeben musste.



Autorin: Marie-Louise Michel



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Michel, Marie-Louise: Fritz Bois, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 231.

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