Fritz Lichtenhahn

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* 6.5.1932 Arosa GR.

1952 Matura, dann Beginn eines Germanistikstudiums an der Universität Zürich. 1953–55 Schauspielausbildung am →Bühnenstudio Zürich. 1955–57 Engagement an den Vereinigten Bühnen in Graz, 1957–60 an den Städtischen Bühnen Essen, 1960–69 Engagement am Schauspielhaus Bochum, wo L. unter anderem in Inszenierungen von Hans Schalla spielte (Alwa Schön in →Frank Wedekinds "Lulu"; Kulygin in Tschechows "Drei Schwestern"; Malvolio in Shakespeares "Was ihr wollt"). In den letzten Bochumer Jahren begann die Zusammenarbeit mit Niels-Peter Rudolph, unter dessen Regie er zum Beispiel als Architekt in Arrabals "Der Architekt und der Kaiser von Assyrien" brillierte. 1969–72 war L. Ensemblemitglied am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg (unter anderem: Titelrolle in Büchners "Woyzeck", Regie: Rudolph; Trofimov in Tschechows "Der Kirschgarten", Regie: →Hans Lietzau; Titelrolle in Peter Weiss’ "Hölderlin", Regie: Claus Peymann/Rainer Goerne­mann; Titelrolle in Vitracs "Victor oder Die Kinder an der Macht", Regie: Dieter Giesing). Stückverträge an den →Basler Theatern (1972 Narr in Shakespeares "Was ihr wollt", Regie: →Werner Düggelin; 1973 Titelrolle in Lenz’ "Der Hofmeister"). 1973–87 mit Unterbrechungen Ensemblemitglied der Staatlichen Schauspielbühnen Berlin (Leonce in Büchners "Leonce und Lena", Regie: Roberto Ciulli; Titelrolle in Tschechows "Onkel Wanja", Regie: Rudolph; grosser Erfolg als Gajew in Tschechows "Der Kirschgarten", Regie: Lietzau; 1979 Titelrolle in der Uraufführung von Hartmut Langes "Pfarrer Koldehoff", Regie: Lange). Stückverträge unter anderem bei den Salzburger Festspielen (1974 Jongleur in der Uraufführung von Thomas Bernhards "Die Macht der Gewohnheit", Regie: Dieter Dorn; 1988 Gall in Elias Canettis "Hochzeit", Regie: Axel Corti; 1993 Mann vom Grünstreifen in der Uraufführung von Botho Strauß’ "Das Gleichgewicht", Regie: →Luc Bondy), an den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main (1977 Goncourt in der Uraufführung von Dorst/Laubes "Goncourt oder die Abschaffung des Todes", Regie: Peter Palitzsch), 1979–82 an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart (zum Beispiel Edgar in Strindbergs "Totentanz", Regie: Günter Krämer), am →Schauspielhaus Zürich (1981 Grossvater in der Uraufführung von →Thomas Hürlimanns "Grossvater und Halbbruder", Regie: Düggelin), auf Tournee (1983 Richard in Joyces "Verbannte", Regie: Dieter Wedel), an der Freien Volksbühne Berlin (1984 Direktor in Deichsels "Zappzarapp", Regie: Fred Berndt), 1984–87 am Theater der Freien Hansestadt Bremen (Titelrolle in beiden Teilen von Goethes "Faust", Regie: Krämer). 1987–97 Ensemblemitglied am Thalia-Theater in Hamburg (Zettel in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" und Wladimir in Becketts "Warten auf Godot", Regie: Jürgen Gosch; Titelrolle in Molières "Tartuffe", Regie: Daniel Karasek; Gagoliew in Tschechows "Platonow" und Hauptmann in Büchners "Woyzeck", Regie: →Jürgen Flimm; Krapp in Becketts "Das letzte Band", Regie: Jean-Claude Kuner; Riccault in Lessings "Minna von Barnhelm", Regie: Wolf-Dietrich Sprenger). Seit 1997 freiberuflich tätig, unter anderem am Schauspielhaus Zürich (1998 Gottfried Keller in der Uraufführung von Hürlimanns "Das Lied der Heimat", Regie: Düggelin). Diverse Film- und Fernsehrollen; grosser Erfolg als Familienvater Bruno Semmeling in Dieter Wedels Dreiteiler "Einmal im Leben" (1973) und "Alle Jahre wieder: Die Familie Semmeling" (1976). Mehrere Jahre Vorstandsmitglied der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft West.

Auszeichnungen

  • 1965 Förderungspreis des Landes Nord­rhein-Westfalen,
  • 2000 Anerkennungspreis des Kantons Graubünden.


Autorin: Judith Niethammer



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Niethammer, Judith: Fritz Lichtenhahn, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1104–1105.