Fritz Ollendorff

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* 29.3.1912 Darmstadt (D), † 29.3.1977 Zürich.

Zunächst kaufmännische Ausbildung in Mainz, 1933 Emigration. Gesangsausbildung am Mozarteum Salzburg und in Mailand. Engagements 1937–51 am →Stadttheater Basel, 1951–77 an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. Debüt in Basel als Leporello in Mozarts "Don Giovanni". Als darstellerisch und stimmlich souveräner Bassbuffo und Charakterbass beherrschte er in den vierzehn Basler Jahren ein sehr vielseitiges Rollenspektrum. Er sang unter anderem in den deutschsprachigen und schweizerischen Erstaufführungen von Brittens "Peter Grimes" (Swallow, 6.5.1946, Regie: →Egon Neudegg, musikalische Leitung: →Alexander Krannhals), →Heinrich Sutermeisters "Raskolnikoff" (Marmeladoff, 26.12.1948, Regie: →Friedrich Schramm, musikalische Leitung: Krannhals) und Rimski-Korsakows "Der goldene Hahn" (Zar Dodon, 10.6.1944, Regie: →Max Terpis, musikalische Leitung: →Gottfried Becker). O. trat oft an anderen Schweizer Bühnen auf, so beispielsweise am →Grand Théâtre in Genf (1943–57 unter anderem als Leporello, Figaro, Osmin und Papageno in Mozarts "Don Giovanni", "Le nozze di Figaro", "Die Entführung aus dem Serail" und "Die Zauberflöte"), am →Théâtre Municipal in Lausanne (1950 als Leporello), am →Stadttheater Luzern (1942–51 unter anderem als Kecal in Smetanas "Die verkaufte Braut", Bartolo in Rossinis "Il barbiere di Siviglia" und Hans Stadinger in Lortzings "Der Waffenschmied"), am →Stadttheater St. Gallen (1945–55 unter anderem als Sir John Falstaff in Nicolais "Die lustigen Weiber von Windsor", van Bett in Lortzings "Zar und Zimmermann" und Don Pasquale in Donizettis gleichnamiger Oper) und am →Stadttheater Zürich (unter anderem 1942/43 als Warlaam in Mussorgskys "Boris Godunow" und Osmin, 1961/62 als Leporello und Bartolo). Internationale Gastverpflichtungen beim Festival von Aix-en-Provence, beim Holland Festival Amsterdam und an der Niederländischen Oper Amsterdam (1956/57 in der Titelrolle von Puccinis "Gianni Schicchi"), bei den Festspielen von Bregenz, Edinburgh, Glyndebourne, an der Hamburgischen Staatsoper, an der Scala in Mailand (1947 Don Alfonso in Mozarts "Così fan tutte"), in San Antonio, bei den Schwetzinger Festspielen (9.5.1957 Stadthauptmann in der Uraufführung von Werner Egks "Der Revisor", Regie: Günther Rennert, musikalische Leitung: Egk), an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart (1955–58 ständiger Gast) und in Teheran (1970 Daland in →Richard Wagners "Der fliegende Holländer"). Zahlreiche Einspielungen auf Tonträger. Trat auch als Konzertsänger auf.

Auszeichnungen

  • Erste Preise bei den internationalen Gesangswettbewerben von Wien (1936) und Genf (1939).


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Fritz Ollendorff, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1343–1344.

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