Fumi Matsuda

Aus Theaterlexikon
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* 21.2.1943 Sapporo (J).

Ausbildung zur Turn- und Tanzpädagogin an Hochschulen in Sapporo und Tokio, unter anderem in "Modern Creative Dance" bei Professor Takaya Eguchi, einem Tokioter Schüler von →Mary Wigman. Weitere Tanzausbildung am Laban Center London und bei Evelyn Rigotti in Wattwil. Seit 1974 in Zürich, arbeitet als Tänzerin, Choreografin und Pädagogin. 1977–79 Mitglied von →Choreo 77; 1978 und 1979 Auftritte im Tanzforum Zürich von →Claude Perrottet. Gründete 1979 ein eigenes Tanzstudio für modernen Ausdruckstanz und Jazzballett. Unterrichtete an der Kunstgewerbeschule Zürich, an der Kantonsschule Riesbach, am Studio für Bewegungskunst bei Perrottet, an der Vorbühne Zürich (→Movers), am Heilpädagogischen Seminar und am Lehrerseminar. 1979 profilierte sie sich mit ihrem ersten Solotanzabend mit Stücken wie "Auf heissem Sand", "Schrei" und "Punkt … Kreis … Linie …"als herausragende, eigenständige Ausdruckstänzerin. M. gründete 1983 das Frauen­ensemble Tanztheater Fumi Matsuda und schuf die erste Gruppenchoreografie "Altes Gehen". Es folgten fast jährlich abendfüllende Produktionen wie 1985 "Flächenhaft" und 1986 "Falten", die beide vom Minimal Dance beeinflusst waren, 1987 "Sonntagsfalle" sowie 1988 "Mono no aware", das erstmals zeitgenössisches Lebensgefühl mit östlicher Tradition konfrontierte. Tourneen in der Schweiz, in Deutschland und Japan. Weitere Werke: 1991 "Tra(u)m entgleist", 1992 "K’s Kilimandjaro", 1993 "Homeless Elegy". 1994 wurde das Tanztheaterensemble aufgelöst. Ab 1990 wiederum Soloproduktionen: "L’s Rast", 1995 "Kleines Geschehen" und 2002 "tohuwabohu"– "Tanzende Gedichte" frei nach Ernst Jandl. 2003 neues Gruppenstück für das Tanztheater Fumi Matsuda: "Sturz" (nach dem Roman "Die Frau in den Dünen" des japanischen Autors Kobo Abe). Seit 1981 hat M. einen festen Lehrauftrag an der Schauspiel-Akademie Zürich/→Hochschule Musik und Theater Zürich (HMT) und arbeitet choreografisch mit bei Schulaufführungen, so 1985 bei →Felix Rellstabs Inszenierung von Büchners "Leonce und Lena". 1992 Choreografische Mitarbeit bei Calderóns "Das grosse Welttheater" (Regie: →Dieter Bitterli) in Einsiedeln.

Auszeichnungen

  • 1986 Kulturpreis der Stadt Zürich,
  • 2003 Schweizer Tanz- und Choreografiepreis für ihr Lebenswerk.
  • Als erster Tanzschaffenden in der Schweiz wurde ihr 2004 mit anderen Dozierenden der HMT der Professorentitel zuerkannt.


Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Fumi Matsuda, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1202.

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