Giorgio Zancanaro

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* 9.5.1939 Verona (I).

Nach zwei Jahren Militärdienst und achtjähriger Tätigkeit bei der italienischen Polizei gewann Z. 1969 einen Gesangswettbewerb des Teatro Nuovo in Mailand und 1970 den Wettbewerb "Voci Verdiane" in Busseto, studierte sehr kurz bei Sergio Ravazzin in Verona und debütierte ein Jahr darauf am Teatro Nuovo in Mailand als Riccardo in Bellinis "I puritani". Zwei Jahre lang sang er an den Opernhäusern von Parma, Bologna, Florenz und Venedig. 1973 zog er sich von der Bühne zurück und wurde Fahrlehrer. Erst ab 1975 definitiv als Sänger tätig, zunächst in Italien. 1977 erster internationaler Erfolg an der Hamburgischen Staatsoper als Conte di Luna in Verdis "Il Trovatore". 1978 debütierte er an der Covent Garden Opera in London als Miller in Verdis "Luisa Miller". Z. sang unter anderem an den Staatsopern von Wien, München und Hamburg sowie seit 1978 am →Opernhaus Zürich, dem er seither als ständiger Gast verbunden ist. Hier sang er unter anderem die Verdi-Partien Marchese di Posa in "Don Carlo" (1979, Regie: Jean-Claude Riber, musikalische Leitung: →Nello Santi), Ezio in "Attila", Miller, Don Carlo di Vargas in "La forza del destino" (1991, Regie: Tony Palmer, musikalische Leitung: Eliahu Inbal), Il Conte di Luna in "Il Trovatore" (1996, Regie: →Daniel Schmid, musikalische Leitung: Riccardo Chailly), Amonasro in "Aida" (1997, Regie: Johannes Schaaf, musikalische Leitung: →Nikolaus Harnoncourt), Giorgio Germont in "La Traviata", Renato in "Un ballo in maschera", Don Carlo in "Ernani" (1997, Regie: →Grischa Asagaroff, musikalische Leitung: Santi), die Titelrollen in "Rigoletto" und "Nabucco" (letztere 1998, Regie: Jonathan Miller, musikalische Leitung: Santi), die Titelrolle in Rossinis "Guglielmo Tell", Sir Riccardo Forth in Bellinis "I puritani", Scarpia in Puccinis "Tosca", Carlo Gérard in Giordanos "Andrea Chénier" (1994, Regie: →Hans Hollmann, musikalische Leitung: Manfred Honeck), Neri in dessen "Cena delle beffe" (1995, Regie: Liliana Cavani, musikalische Leitung: Bruno Bartoletti), Grand-Prêtre de Dagon in Saint-Saëns’ "Samson et Dalila", Tonio in →Ruggero Leoncavallos "I pagliacci" (1997, Regie: Cesare Lievi; musikalische Leitung: Bartoletti). 1981 debütierte Z. an der Scala in Mailand mit Ford in Verdis "Falstaff", 1982 an der Metropolitan Opera New York mit Renato in Verdis "Un ballo in maschera". Seit Beginn seiner Laufbahn regelmässige Verpflichtungen an den Festspielen von Verona, Macerata, Bregenz und Orange. So sang er in der Arena di Verona 1990 und 1993 Escamillo in Bizets "Carmen", 1993 Alfio in Mascagnis "Cavalleria rusticana", 1994 Iago in Verdis "Otello" und 1995 Amonasro in dessen "Aida". Zahlreiche Operneinspielungen auf Tonträger.



Autrice: Nina Debrunner



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Debrunner, Nina: Giorgio Zancanaro, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2136.