Giovanni Früh

Aus Theaterlexikon
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* 3.12.1937 Zürich, † 25.2.2003 Sankt Augustin (D). ∞ Elsa Weier, Schauspielerin.

Nach einer Lehre als Mechaniker 1963–65 Schauspielausbildung am →Bühnenstudio Zürich. Die ersten Jahre als Schauspieler blieb F. in der Schweiz und spielte unter anderem am →Schauspielhaus Zürich, Zürich ZH (Debüt 1964 als Schwarz in Schillers "Die Räuber", Regie: →Werner Düggelin), 1966 am →Theater am Neumarkt, Zürich ZH (Sekretär in Havels "Das Gartenfest", Regie: →Felix Rellstab) und 1966–70 am →Stadttheater Basel/an den →Basler Theatern (beispielsweise Saturninus in Shakespeares "Titus, Titus", Regie: →Hans Hollmann, Ligurio in Machiavellis "Mandragora", Regie: →Jiří Menzel, Pete in Bonds "Gerettet", Regie: →Reto Babst, und Schogo in Bonds "Schmaler Weg in den tiefen Norden", Regie: →Kosta Spaic). F. entwickelte sich dann in Deutschland zu einem profilierten Charakterdarsteller: Engagements 1970–72 an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart (Gloster in Shakespeares "Eduard IV.", Sinclair in der Uraufführung von Peter Weiss’ "Hölderlin", Regie jeweils: Peter Palitzsch, Achill in Kleists "Penthesilea", Regie: Klaus Michael Grüber, Asti in der Uraufführung von Martin Walsers "Kinderspiel", Regie: Alfred Kirchner/Walser, Laureanino in der Uraufführung von Ramon del Valle-Inclans "Worte Gottes", Regie: Hans Neuenfels, Jeppe in Holberg/Langes "Jeppe vom Berge", Regie: Kirchner), 1972/73 an den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main (Roelle in Fleißers "Fegefeuer in Ingolstadt", Regie: Neuenfels, Pavian in →Bertolt Brechts "Im Dickicht der Städte", Regie: Grüber), 1973–75 am Düsseldorfer Schauspielhaus (Kil in der legendären ersten Theaterserie "Family I–IV" von und in der Regie von Lodewik de Boer), 1975–77 am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg (Valerio in Büchners "Leonce und Lena" und Piquillo in Offenbachs "La Périchole", Regie jeweils: Jérôme Savary), bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen (1978 Kasimir in Horváths "Kasimir und Karoline", 1979 Kinesias in Aristophanes’ "Lysistrata"), 1982 an den Staatlichen Schauspielbühnen Berlins (Alwa in →Frank Wedekinds "Lulu", Regie: Nicolas Brieger), 1986–88 am Schauspiel Bonn (Doktor in Bernhards "Der Ignorant und der Wahnsinnige", Regie: Ralf Nürnberger/F., Jupiter in Offenbachs "Orpheus in der Unterwelt", Regie: →Horst Zankl, Stockhausen/Tyrann in Rainald Goetz’ "Krieg I" und Mann in dessen "Krieg III", beide als Uraufführungen, Regie jeweils: Hollmann), danach in Düsseldorf, Essen, 1990/91 erneut an den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main (Marat in Weiss’ "Marat/Sade", Regie: Frank Hoffmann, Zettel in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum", Regie: →Guido Huonder, Wladimir in Becketts "Warten auf Godot", Regie: Palitzsch), 1992/93 am Theater Bremen (Mortimer in Brecht/Marlowes "Eduard II.", Regie: François-Michel Pesenti) sowie 1993 bis zu seinem Tod erneut am Schauspiel Bonn (Puck in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum", Jupiter in Kleists "Amphitryon", Rittmeister Moser in Schnitzlers "Der Ruf des Lebens", Robespierre in Büchners "Dantons Tod" und Scott in Genets "Splendid’s", Regie jeweils: →Valentin Jeker, Adrien in Koltès’ "Rückkehr in die Wüste", Vater Bernd in Hauptmanns "Rose Bernd", Harpagon in Molières "Der Geizige"). Diverse Fernseh- und Filmrollen.



Autor: Jean Grädel



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Grädel, Jean: Giovanni Früh, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 648–649.

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