Gisela Ehrensperger

Aus Theaterlexikon
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* 10.8.1943 Wiesbaden (D). Mutter der Sängerin Vera E. Gesangsausbildung in Zürich bei Sofia Husi.

Engagements 1965–67 am →Stadttheater St. Gallen und seit 1967 am Staatstheater am Gärtnerplatz in München. Die Schweizerin E. debütierte 1965 mit dem Ensemble des Stadttheaters St. Gallen im →Kurtheater Baden als Franziska Cagliari in Johann Strauß’ "Wiener Blut". Bereits im ersten Engagement stellte sie ihre grosse Wandlungsfähigkeit unter Beweis, bewährte sich als spielbegabte Koloratursoubrette, sang lyrische Sopranpartien und übernahm auch Aufgaben für Mezzosopran. Am Gärtnerplatz-Theater gehörte sie bald zu den beliebtesten Ensemblemitgliedern. In früheren Jahren zählten vor allem Aufgaben aus dem lyrischen Koloraturfach zu ihrem zentralen Repertoire (beispielsweise Frasquita und Micaëla in Bizets "Carmen", Luise in Henzes "Der junge Lord", Gretel in Humperdincks "Hänsel und Gretel", Hanna Glawari in Lehárs "Die lustige Witwe", Nedda in →Ruggero Leoncavallos "I pagliacci", die Titelpartie in Massenets "Manon", die Mozart-Partien Despina in "Così fan tutte", Zerlina in "Don Giovanni", Blondchen in "Die Entführung aus dem Serail", Susanna in "Le nozze di Figaro", Zaide im gleichnamigen Singspiel und Pamina in "Die Zauberflöte", Antonia in Offenbachs "Les Contes d’Hoffmann", Mimì in Puccinis "La Bohème", Matilda in Purcells "King Arthur", Fiametta in Suppés "Boccaccio"), mit der Zeit ergänzten Charakterrollen in Oper, Operette und Musical E.s Rollenkatalog. Sie wurde zur beliebten Sängerdarstellerin in Rollen wie Golde in Jerry Bocks "Fiddler on the Roof", Fidalma in Cimarosas "Il matrimonio segreto", Knusperhexe in Humperdincks "Hänsel und Gretel", Mechthilde von Kieferspeck in Walter Kollos "Wie einst im Mai", Wilhelmine in Künnekes "Der Vetter aus Dingsda", Margot in Georg Ringsgwandls Operettchen "Die Ländlerqueen sieht Morgenrot" und Leokadja Begbick in →Bertolt Brecht/Weills "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny". E. war in München ausserdem an diversen Uraufführungen beteiligt, so unter anderem als Imogen in Gerhard Wimbergers "Lebensregeln" (1972), Frau Pelzig in der Neufassung von Günter Bialas "Der gestiefelte Kater oder Wie man das Spiel spielt" (1987) und Kitti Zitti in Wilfried Hillers "Die Waldkinder" (1998). Gastverpflichtungen in Barcelona, am Theater des Westens Berlin, in Essen, an der Hamburgischen Staatsoper (Marie in Lortzings "Zar und Zimmermann"), am Staatstheater Karlsruhe (Köchin in →Paul Burkhards "Das Feuerwerk"), in Klagenfurt, Köln und an der Volksoper Wien (Maria in Carl Michael Ziehrers "Der Fremdenführer"). Mehrere Einspielungen auf Tonträger.

Auszeichnungen

  • 1974 Ernennung zur Bayerischen Kammersängerin,
  • 1999 Bayerischer Verdienstorden.


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Gisela Ehrensperger, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 521.

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