Gisela Uhlen

Aus Theaterlexikon
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* 16.5.1919 Leipzig (D), eigentlich Gisela Friederike Schreck. Tochter des Opernsängers Augustin Schreck. ∞ I. Herbert Freund, Ballettmeister, ∞ II. Kurt Wessels, Regisseur, ∞ III. Hans Bertram, Regisseur, ∞ IV. Wolfgang Kieling, Schauspieler, ∞ V. Herbert Ballmann, Regisseur, ∞ VI. Beat Hodel, Tontechniker. Mutter der Schauspielerinnen Barbara Bertram und Susanne U.

Tanzausbildung bei →Mary Wigman und Victor Gsovsky, private Schauspielausbildung in Berlin. 1933 am Leipziger Schauspielhaus Page Motte in Shakespeares "Verlorene Liebesmüh", 1936 am Theater in der Saarlandstraße Berlin Gretchen in Goethes "Faust". Erstes festes Engagement 1936/37 am Schauspielhaus Bochum (Titelrolle in Kleists "Das Käthchen von Heilbronn" und Eve in "Der zerbrochne Krug", Julia in Shakespeares "Romeo und Julia"), 1937–44 am Schiller-Theater Berlin (Luise in Schillers "Kabale und Liebe"), daneben ab 1936 zahlreiche Filmrollen. Nach dem Krieg an den Kammerspielen Heidelberg (Titelrolle in Shaws "Die heilige Johanna"), am Deutschen Theater Wiesbaden (Klara in Hebbels "Maria Magdalena") und bis 1948 an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart, dann unter anderem 1949–53 an der Kleinen Komödie München (Eliza in Shaws "Pygmalion"), am Schiller- und Schloßpark-Theater Steglitz Berlin (1951 Titelrolle in Anouilhs "Colombe", 1952 Titelrolle in →Frank Wedekinds "Lulu") und am Theater im Besenbinderhof Hamburg (1953 Titelrolle in Strindbergs "Fräulein Julie"). In der Saison 1953/54 zusammen mit ihrem damaligen Ehemann Wolfgang Kieling Engagement am →Stadttheater Basel (Titelrolle in Lessings "Minna von Barnhelm", Miranda in →Max Frischs "Don Juan oder Die Liebe zur Geometrie" mit Kieling in der Titelrolle, Orinthia in Shaws "Der Kaiser von Amerika"). Übersiedlung nach Ost-Berlin, Engagements unter anderem am Deutschen Theater (1955 Titelrolle in Ibsens "Nora"), am Maxim-Gorki-Theater und an der Volksbühne. Ab 1957 erneut in West-Berlin an den Staatlichen Schauspielbühnen, an der Freien Volksbühne, am Theater am Kurfürstendamm, am Renaissance-Theater, am Theater des Westens (1987 Mama Morton in Kander/Ebb/Fosses "Chicago", 1993 Fräulein Schneider in Kander/Ebb/Masteroffs "Cabaret") sowie unter anderem an den Münchner Kammerspielen, am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg (1976 Mrs. Morehead in Boothes "Frauen in New York", Regie: Rainer Werner Fassbinder), am Burgtheater Wien, am Schauspielhaus Bochum (1980 Generalin in Gerlind Reinshagens "Das Frühlingsfest", Regie: Claus Peymann), an verschiedenen Boulevard-Theatern und auf Tourneen (1992 als Amanda Wingfield in Williams’ "Die Glasmenagerie"). U. gastierte regelmässig am →Schauspielhaus Zürich (1976 Gurmyschskaja in Ostrowskis "Der Wald", 1977 Martha in Albees "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?", 1990 Oskar Werner in →Thomas Hürlimanns "Der letzte Gast", 1993 Juliane Tesman in Ibsens "Hedda Gabler"). U.s eigene, 1980 gegründete, in Oetwil am See beziehungsweise Zürich beheimatete "Wanderbühne Gisela Uhlen" produzierte 1983 Ibsens "Gespenster" (Regie: Boleslaw Barlog, mit U. als Helene Alving) und 1986 Giraudoux’ "Die Irre von Chaillot" (Regie: Hartmut Alberts, mit U. als Aurélie). Von U. erschienen die Autobiografien "Mein Glashaus" (1978) und "Meine Droge ist das Leben" (1993).

Auszeichnungen

  • 1979 Filmband in Gold für die Rolle der Mutter in Fassbinders "Die Ehe der Maria Braun".


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Gisela Uhlen, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1982–1983.