Grischa Asagaroff

Aus Theaterlexikon
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* 15.4.1947 Siegen (D), eigentlich Georg A. Sohn des russischen Schauspielers, Theater- und Filmregisseurs Georg A.

Aufgewachsen in München, dort Studium der Theater- und Musikwissenschaft und Kunstgeschichte. 1966 war er erstmals Assistent von Jean-Pierre Ponnelle bei den Münchner Freilichtaufführungen von Verdis "Simone Boccanegra". 1967–69 Inspizient und Regieassistent an der Bayerischen Staatsoper München. 1969–71 Spielleiter an den Städtischen Bühnen Dortmund, 1971–79 Regieassistent und Spielleiter an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf-Duisburg unter Grischa Barfuss. Dort assistierte er Ponnelle bei allen Inszenierungen des Gesamtzyklus der Rossini’schen Buffa-Opern. 1979 kam A. unter der Intendanz von →Claus Helmut Drese als Regieassistent und Regisseur ans →Opernhaus Zürich, Zürich ZH, 1984–86 übernahm er zusätzlich die szenische Leitung des →Internationalen Opernstudios, Zürich ZH. 1986 nahm ihn Drese als szenischen Leiter und persönlichen Mitarbeiter an die Wiener Staatsoper mit, wo er später auch Leiter des künstlerischen Betriebsbüros war. Seit der Intendanz von →Alexander Pereira (1991/92) ist A. wieder fest am Opernhaus Zürich tätig, als Produktions- und szenischer Leiter, szenischer Leiter des Opernstudios (bis 2000), Regisseur, und seit der Spielzeit 1995/96 als künstlerischer Betriebsdirektor. A. wird weltweit an verschiedene Häuser geholt, um die mit Ponnelle erarbeiteten Inszenierungen wieder einzurichten. Am Opernhaus Zürich inszeniert er jährlich mindestens eine Produktion, darunter 1982 Giordanos "Fedora" und Rossinis "Il barbiere di Siviglia" (erneut 2001), 1985 Verdis "Rigoletto" und "Macbeth", 1995 Donizettis "L’elisir d’amore", 1996 Saint-Saëns’ "Samson et Dalila", 1997 Donizettis "Don Pasquale" und Verdis "Ernani", 1998 Bellinis "I puritani" und 2002 dessen "Sonnambula". A. inszenierte unter anderem auch in Wien, Turin, Saarbrücken (1986–90 →Richard Wagners "Der Ring des Nibelungen"), Athen, Genua, Neapel, Lissabon, London, Tokio, San Francisco, Houston, Chicago und Buenos Aires.



Autorin: Nina Debrunner



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Debrunner, Nina: Grischa Asagaroff, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 77-78.

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