Gusti Huber

Aus Theaterlexikon
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* 27.7.1914 Wien (A), † 12.7.1993 Mount Kisco (USA). ∞ Josef G. Besch. Mutter der Schauspielerin Bibi Besch, Grossmutter der amerikanischen Filmschauspielerin Samantha Mathis.

Nach dem Besuch des Lyzeums in Wien studierte H. 1929–30 an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien Schauspiel. Sie debütierte 1930 am →Schauspielhaus Zürich, wo sie bis 1935 im Engagement blieb und zahlreiche Rollen spielte, darunter Eve in Kleists "Der zerbrochene Krug" (Regie: →Leopold Lindtberg), Helen in Devals "Towarisch", Kati in Schureks "Strassenmusik", Natalja Stewanowa in Tschechows "Der Heiratsantrag", Angélique in Molières "Der eingebildete Kranke" und Walter Tell in Schillers "Wilhelm Tell" (Regie: →Gustav Hartung, mit →Albert Bassermann als Tell). 1935–38 Engagement am Deutschen Volkstheater in Wien (Marie Rieger in Székely/Egyeds "Schauspielschule"), 1938–40 am Theater in der Josefstadt Wien (Nicole Tavernier in Amiels "Die Familie"), 1940–44 am Burgtheater Wien (unter anderem Julia in Shakespeares "Romeo und Julia", Titelrolle in Billingers "Gabriele Dambrone", Leonore Sanvitale in Goethes "Torquato Tasso", Viola in Shakespeares "Was ihr wollt", Regine in Ibsens "Gespenster"). 1946 zog H. in die USA, dort spielte sie unter anderem 1952 die Mutter in der Uraufführung von George Taboris "Flight into Egypt" (zunächst in New Haven, dann am Broadway, Regie: Elia Kazan) und 1955 die Mutter in der Uraufführung von Goodrich/Hacketts "The Diary of Anne Frank" (zunächst am Cort-Theatre New York, dann am Ambassador Theatre New York, insgesamt 717 Aufführungen, Regie: Garson Kanin, mit Susan Strasberg als Anne Frank). Während des Dritten Reichs wirkte H. in mehreren Unterhaltungsfilmen mit, 1959 spielte sie Mrs. Frank in George Stevens’ mit drei Oscars und dem Golden Globe ausgezeichneten Film "The Diary of Anne Frank".



Autorin: Julia Danielczyk



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Danielczyk, Julia: Gusti Huber, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 879–880.

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