Hans Ganz

Aus Theaterlexikon
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* 9.3.1890 Zürich, † 27.7.1957 Bern, eigentlich Johann G.

Studium der Philosophie und der Musikwissenschaft in Basel, München, Berlin, Göttingen und Leipzig. Promotion in Basel mit der Arbeit "Das Unbewusste bei Leibniz in Beziehung zu modernen Theorien" (1917). Lehrer am Landerziehungsheim Glarisegg, wo er 1902–05 selbst das Gymnasium besucht hatte. Verfasser mehrerer Theaterstücke: "Verirrt", "Der Knabe vom Zirkus" und "De via decessus" (alle 1907 entstanden); "Leben lassen" (Komödie, 1908), "Tereus" (Tragödie, 1910). Die folgenden Dramen wurden von →Alfred Reucker, dem Direktor des →Stadttheaters Zürich, inszeniert: "Helene Brandt" (Kammerspiel, Uraufführung →Pfauentheater Zürich, 29.3.1913); "Der Morgen" (Tragödie, Uraufführung Stadttheater Zürich, 26.6.1917). G.s letztes Drama war der Einakter "Der Lehrling", ein innovatives Stück, dessen Uraufführung am →Schauspielhaus Zürich unter der Regie von →Franz Wenzler (11.1.1922) zum Fiasko wurde. G. wandte sich der Musik und später der Malerei zu. Nur noch bei dem Singspiel für junge Leute "Belopazü oder Der wunderbare Wettkampf" wirkte er für das Theater: Er komponierte die Musik und arbeitete am Text mit, den hauptsächlich Lisa Tetzner schuf (Uraufführung Stadttheater Zürich, 13.10.1938). G. war ausserdem Verfasser eines Romans, einer viel gelesenen Pestalozzi-Biografie und von Erzählungen, Gedichten und Reiseberichten. Er gilt als wichtigster Vertreter der expressionistischen Dramatik in der Schweiz.

Literatur

  • Villatora, Ottorino: H. G. o Del frammento teorico, 1977 [mit Bibliografie].

Nachlass

  • Zentralbibliothek Zürich.


Autor: Tobias Hoffmann-Allenspach



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Hoffmann-Allenspach, Tobias: Hans Ganz, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 677–678.

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