Hans Gerd Kübel

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* 28.10.1934 Frankfurt am Main (D), † 2.2.1994 Riquewihr (F).

Nach seinem Schauspiel- und Tanzstudium (Bewegung und Tanz bei Michael Piel) debütierte K. 1962 an den Münchner Kammerspielen. 1963/64 war er am Düsseldorfer Kabarett "Das Kom(m)ödchen" engagiert, 1965–69 Schauspieler, Regisseur und stellvertretender Intendant an den Deutschen Kammerspielen Buenos Aires (1966 Titelrolle in Büchners "Dantons Tod", Regie: Reinhold K. Olszewski, und Inszenierung von →Friedrich Dürrenmatts "Der Meteor"; 1968 Macheath in →Bertolt Brecht/Weills "Die Dreigroschenoper"). 1967/68 an den Städtischen Bühnen Münster, 1968/69 am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, 1969/70 als Gast am Ulmer Theater, 1970–72 am Theater der Freien Hansestadt Bremen, 1972–78 unter der Direktion von →Harry Buckwitz am →Schauspielhaus Zürich, wo er unter anderem Marat in Weiss’ "Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats", Tiger-Brown in Brecht/Weills "Die Dreigroschenoper", Strolch in Brechts "Baal", Polonius in Shakespeares "Hamlet", Lumpensammler in Giraudoux’ "Die Irre von Chaillot", Merkur in Gestalt des Sosias in Kleists "Amphitryon", Illo in Schillers "Wallenstein" und Nostromanni in der Uraufführung von Dürrenmatts "Die Frist" spielte sowie 1976 die Uraufführung von →Walter Matthias Diggelmanns "Die letzte Adresse" inszenierte. 1978/79 war K. an der Freien Volksbühne Berlin engagiert, 1979/80 gastierte er an den Städtischen Bühnen Dortmund, mehrmals wirkte K. bei den Freilichtspielen Schwäbisch-Hall mit. 1981 inszenierte er in Einsiedeln Calderóns "Das grosse Welttheater" (→Welttheater Einsiedeln). 1983 geriet K. als kurzzeitiger Intendant der Festspiele Bad Hersfeld (wo er bereits seit 1966 mehrmals inszeniert hatte) in die öffentliche Diskussion, da er sich nicht von einem gleichzeitig in Hersfeld stattfindenen Treffen ehemaliger SS-Angehöriger distanzieren wollte. K. übernahm diverse Hörspiel- und Fernsehrollen und war langjährig als Schauspiellehrer tätig: 1967–68 an der Folkwang-Hochschule in Essen, 1968/69 an der Schauspielschule Hertha Gezmer in Wiesbaden, 1972–78 an der →Schauspiel-Akademie Zürich. In den achtziger Jahren zog sich K. weit gehend aus dem Theaterbetrieb zurück und gründete eine Lachsräucherei in der Gemeinde Mogelsberg. 1992 veröffentlichte er das Buch "Lachs – Salm – Lax".



Autorin: Julia Danielczyk



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Danielczyk, Julia: Hans Gerd Kübel, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1043–1044.

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