Hans Jelmoli

Aus Theaterlexikon
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* 17.1.1877 Zürich, † 6.5.1936 Zürich. Sohn des Franz Anton J., Gründer des Zürcher Warenhauses "Jelmoli".

Bereits als Jugendlicher erste Kompositionen. 1896–98 Musikstudium am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt am Main (Komposition bei Bernhard Scholz, Iwan Knorr und Engelbert Humperdinck, Klavier bei Ernst Engesser). 1898–99 Chordirektor und dritter Kapellmeister am Stadttheater Mainz, 1899–1900 Chordirektor und zweiter Kapellmeister am Stadttheater Würzburg. Danach Rückkehr nach Zürich, wo J. als Komponist und Pianist lebte. Daneben wirkte er als Publizist und Musikkritiker (1906–11 für die "Zürcher Post"). Er verfasste die "Festschrift zum fünfzigjährigen Jubiläum des Konservatoriums für Musik in Zürich" (1926) und das Bändchen "Ferruccio Busonis Zürcherjahre" (1929). Ab 1920 staatlicher Experte bei den Diplomprüfungen am Konservatorium und an der Musikakademie Zürich. J. schuf neben Vokal- und Instrumentalmusik auch musikdramatische Werke, so die lyrische Komödie "Sein Vermächtnis" (Libretto: Eugène Scribe und Mélesville, Uraufführung 6.10.1904, →Stadttheater Zürich) und das Märchenspiel "Prinz Goldhaar und die Gänsehirtin" (Libretto: Anna Roner, Uraufführung 23.12.1909, Stadttheater Zürich), die Oper "Die Schweizer" (1913, Libretto: →Konrad Falke, Uraufführung 8.4.1954, Limmathaus Zürich, Regie: →Heinz Woester, musikalische Leitung: Konstantin Bernhard), die Singspiele "Das Gespenst auf dem Petersturm" (1921, Libretto: Ernst Eschmann), "Die Badenerfahrt" (1921, Libretto: Eschmann), "Die Wunderkur" (1931, Libretto: Eschmann) und "Die Heilige". Ausserdem komponierte J. die Bühnenmusik zu →Carl Friedrich Wiegands "Marignano" (Uraufführung 1911 in einem eigens errichteten Freilichttheater in Morschach) sowie zu mehreren Inszenierungen von →Franz Wenzler am →Schauspielhaus Zürich, so zu Büchners "Leonce und Lena" (1921), Diderots "Ist er gut? Ist er böse?"(1924), Shakespeares "Komödie der Irrungen" (1922) und "Die beiden Veroneser" (1925). Weitere Bühnenmusiken zu Shakespeares "Der Sturm" und "Viel Lärm um nichts" sowie H. A. Bühlers "Am Lebensquell" (1918).

Nachlass

  • Zentralbibliothek Zürich.


Autor: Redaktion



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Redaktion: Hans Jelmoli, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 924.

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